„Es gab irrsinnig viele Verletzungen“, berichtet das Rote Kreuz. Deshalb sind Glasflaschen auf der Wiesn 2012 tabu. Wer dagegen verstößt, muss zahlen. Auch bei der Musik gibt’s Neuerungen

Sandalen statt Haferlschuhe, ein unvorsichtiger Tritt – schon ist der Fuß aufgeschlitzt. „Gruselig“ nennt Wiesn-Chef Dieter Reiter den BRK-Bericht vom Vorjahr, was Schnittwunden angeht, „es gab irrsinnig viele Verletzungen“. Ganze Scherbenberge fegten die Kehrmaschinen am Morgen zusammen. Die Konsequenz: Glasflaschen auf die Wiesn bringen – ab diesem Jahr verboten.

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Festgeschrieben ist das in der Oktoberfestverordnung. Wer’s trotzdem tut, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Und riskiert eine Verwarnung, schlimmstenfalls ein Bußgeld. „Wir haben beschlossen, dass beim Einlass aufs Wiesngelände auf Glasflaschen kontrolliert wird“, sagt Wiesn-Stadtrat Helmut Schmid.

Tatsächlich wird es kein Massen-Filzen geben. Die Stadt hofft bei einem Verbot auf die Vernunft der Leute. Vorerst soll am ersten Wiesnsamstag kontrolliert werden: Das größte Problem in Sachen Scherben stellen junge Leute dar, die sich mit einem Kasten Bier die Zeit vertreiben, bis die Zelte öffnen, heißt es. „Wir hoffen dadurch natürlich ein bisschen, das Vorglühen einzudämmen“, sagt Dieter Reiter.

Was sonst neu ist

Blasmusik: Es darf wieder aufgespielt werden. „Wir haben festgestellt, dass vor allem die traditionelle Blasmusik schlecht zu hören ist“, sagt Helmut Schmid. Traditionelle Blaskapellen dürfen 2012 wieder volle Puste geben: 90 Dezibel! Die Partymusik bleibt wie bisher begrenzt auf 85 Dezibel. „Die Leute wollen das Brauchtum, das sieht man am Erfolg der Oiden Wiesn“, sagt Schmid, „und darauf legen wir ein Augenmerk.“

Schausteller: Neue Fahrgeschäfte gibt’s dieses Jahr keine. Dafür feiert eine Tanzorgel des Herstellers DECAP aus den 50er Jahren auf dem Familienplatz Wiesnpremiere. Die Orgel vereint zehn Instrumente und hat über 500 Lieder im Repertoire. Die Geisterbahn Schocker will mit neuen Schockern schocken: Die Fahrt im Gitterkäfig führt durch sieben aufwendig gestaltete Wohnräume, etwa das Schlafzimmer mit Exorzisten-Flair – und plötzlich rast ein Geisterfahrer auf den Käfig zu. Wem das zu gruselig klingt, kann sich die Live-Übertragung von außen anschauen. Viel zu sehen gibt’s allerdings nicht: Innen ist es stockdunkel.

An der Fassade des Lach-Freu-Hauses gibt’s heuer „bairische comoedi“: Die fesche Resi am Scheunendach liefert sich mit Gaudiburschen Sepp am Glockenturm einen Schlagabtausch. Dazu singt der sprechende Elch Hubertus.

Kinder: Für die kleinsten Wiesngänger gibt’s neben Karussells auch intelligente Unterhaltung: Etwa das „Wiesn-Forscherspiel“ an den Montagen 24. September und 1. Oktober, bei dem sich die Sechs- bis Zwölfjährigen bei verschiedenen Schaustellern Spielkarten für ein Wiesnquartett zusammensammeln. Für ältere Kinder von neun bis 14 Jahren gibt’s an den gleichen Tagen Forscherexpeditionen. Und für Schulklassen ab der dritten Stufe werden erstmals kostenlose Wiesn-Führungen angeboten.

Unterkunft: Auf dem Wiesn-Camp im Reitstadion Riem entsteht gerade zusätzlich zu der Zeltstadt ein mobiles Dorf aus 98 Mini-Lofts für Zwei – mit Doppelbett, kleiner Terrasse und Klimaanlage. 109 bis 129 Euro kostet eine Hütte pro Nacht. Die Nutzung des Catering-Zelts inklusive.

 

 

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