Das ist das Ziel von Wiesn-Chef Reiter. Der Weg dahin: neue Regeln für Reservierungen

MÜNCHEN Ein Spontanbesuch im Wiesn-Festzelt? Das ist seit Jahren eine Idee mit geringen Erfolgsaussichten. Jetzt will Wiesn-Chef Dieter Reiter die Chance für Kurzentschlossene erhöhen, doch noch einen Platz zu bekommen. Und zwar mit einer Änderung der Reservierungs-Regeln. Am nächsten Dienstag soll der Wirtschaftsausschuss des Stadtrats darüber abstimmen.

Bislang gilt: Von Montag bis Freitag ist ein Drittel des Mittelschiffs in den Festhallen von Reservierungen freizuhalten. Am Wochenende dürfen dort bis 17 Uhr gar keine Plätze vergeben werden, am Abend gilt dann für zwei Drittel des Mittelschiffs ein Reservierungs-Verbot. Dagegen dürfen für die Tische in den Boxen und Galerien immer Buchungen angenommen werden. Was laut Wirtschaftsreferat dazu führt, „dass die Festwirte bei baulichen Änderungen ihres Zeltes die Sitzplatzbereiche ihres Mittelschiffs verkleinern und Plätze auf Balkon und Boxen verlagern”.

Damit soll Schluss sein. Reiter schlägt vor, die Berechnungs-Grundlage für die reservierungsfreien Plätze zu verändern. Maßgeblich soll nicht mehr das Mittelschiff sein, sondern die Gesamtzahl aller Zeltplätze. Er fordert, dass von Montag bis Freitag 25 Prozent davon frei gehalten werden. An Wochenenden und Feiertagen soll’s bis 15 Uhr sogar die Hälfte sein. Danach gilt dann für 35 Prozent aller Plätze ein Reservierungs-Verbot. Die Stadt hat ausgerechnet: Insgesamt ergäben sich so über die gesamte Wiesn-Zeit 148000 zusätzliche freie Plätze.

Die Wiesn-Wirte sind von Reiters Vorschlag wenig begeistert. Gerade die Münchner und Umland-Besucher würden die Möglichkeit der Reservierung nutzen. Jetzt befürchten sie, Stammgäste enttäuschen zu müssen.