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Österreich Grossarl ist echt appgefahren!

Gregor Preiss aus Grossarl, vom 30.01.2012 05:00 Uhr
Rund 250 Hotspots gibt es im gesamten Skiverbund. Reichweite: 150 Meter. Foto: Preiss
Rund 250 Hotspots gibt es im gesamten Skiverbund. Reichweite: 150 Meter. Foto: Preiss

Grossarl - Stillstand ist Rückschritt – mit diesem Grundsatz treten die Skigebiete in den Alpen in den jährlichen Wettbewerb um Touristen. Die einen versuchen es mit Superlativen – die längste Abfahrt, der größte Liftverbund, die meisten Beschneiungsanlagen –, andere festigen mit immer neuen Ideen ihren Ruf als Partyhochburg oder als Paradies für Romantiker.

Letzteres beansprucht auch das Großarltal zwischen Großarl und Dorfgastein für sich. Die Region im Salzburger Land ist gesäumt von Almen und Hütten im ursprünglich alpenländischen Stil. Gemütlich ist’s, und das Essen noch selbst gemacht. Weniger ursprünglich geht es seit diesem Winter auf den Pisten zu. Eine spezielle Applikation (App) fürs Smartphone und freies Internet geben einen Vorgeschmack auf das Skifahren der Zukunft.

Die App, die für den gesamten Liftverbund in Ski Amadé entwickelt wurde und dank zahlreicher W-Lan-Hotspots an Liftmasten und Pisten auch Ausländern permanent kostenloses Surf-Vergnügen bereitet, verfügt neben Grundlegendemwie Wetterbericht und Übersicht über freie Unterkünfte im Wesentlichen über zwei Besonderheiten: einen Routenplan sowie ein Fahr-Tagebuch.
Mit Hilfe von GPS-Navigation lässt sich eine Tour durchs ganze Skigebiet zusammenstellen – ausgerichtet am persönlichen Profil, welches man sich vorab einrichtet. Der Genussfahrer etwa schwingt sich über blaue Pisten von Hütte zu Hütte; für jene mit mehr sportlichem Ehrgeiz spuckt das Programm Varianten in Rot und Schwarz aus.

Klingt simpel und ist es auch – vergleichbar mit Autofahren nach Navi. Entscheidender Vorteil gegenüber dem Faltplan in der Jackentasche: Die auf dem Handy ausgearbeitete Fahrstrecke lässt keinen Zweifel an der Topografie. Anders als die blauen, roten und schwarzen Linien auf Papier schickt einen das Pisten-Navi dank detaillierter Routenbeschreibung in Schriftform auch wirklich nur bergab – und zeigt dabei auch noch an, welcher Lift oder welche Piste gerade gesperrt sind.

Nun man mag einwenden, dass in einem Skigebiet mittlerer Größe wie Großarl jeder Skifahrer mit Orientierungssinn auch ohne Handy den Weg ins Tal oder zur nächsten Hütte findet. Doch steht die Entwicklung ja erst am Anfang. Bald sollen auch komplexere Touren wie eine Kulinarik- oder eine Pulverschnee-Route programmierbar sein. Sie weisen einem den direkten Weg zur Hütte mit dem besten Vogelbeerschnaps oder in den feinsten Tiefschnee. Dank GPS-NotrufOrtung kommt man im Notfall auch schnell wieder raus. Und sicher finden sich bald auch Nachahmer der Handyanwendung. In einem Riesenskigebiet kann sich auch ein simpler Routenplaner als nützlich erweisen.

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