Öffentliche Tiefgarage Der Rindermarkt-Brunnen wird untertunnelt

Unter dem Rindermarkt will der Projektentwickler eine Tiefgarage bauen. Foto: Daniel von Loeper

Unter den plätschernden Erfrischungsort soll eine Tiefgarage. Dafür wird er erst abgebaut, eingelagert – und kommt dann zurück.

Altstadt - Hier war früher Münchens Viehmarkt – am Rindermarkt-Brunnen erinnert heute eine stilisierte Kuhherde aus Bronze an die Tränke für die Rinder. Seit 1964 lassen einkaufsmüde Münchner an warmen Tagen ihre Füße ins Wasser hängen. Der Rindermarkt-Brunnen mit den schräg abfallenden Becken ist ein beliebter Treffpunkt in der City. Nächstes Frühjahr wird hier möglicherweise eine offene Baugrube sein – für über zwei Jahre.

Denn der Tiefgaragen-Spezialist Wöhr + Bauer (W + B) plant zusammen mit dem Sporthaus Schuster eine öffentliche Tiefgarage für Autos und Fahrräder. Dafür müsste der Rindermarkt-Brunnen vorerst weichen: "Der Brunnen wird dann fachmännisch abgebaut, sicher eingelagert und wieder erstellt werden", erklärt Bernhard Deurer, Projektkoordinator von W + B. Ein neues Parkhaus unter dem Rindermarkt könnte 250 Autos Platz bieten.

E-Mobilität und Car-Sharing unter dem Rindermarkt

Ein moderner automatischer Radlspeicher könnte unter der Erde 100 Zweiräder platzsparend verwahren – mit einem Aufzug werden sie in einen Turm eingeordnet, wie in ein Regal. Das Besondere an der Rindermarkt-Tiefgaragen-Idee: Die Investoren legen wert auf E-Mobilität und Car-Sharing. Sie nennen ihr Projekt einen modernen "Mobilitäts-Hotspot". Denn: Es soll Ladestationen für E-Bikes und E-Autos geben.

Von der Garage ins Sporthaus Schuster ist ein unterirdischer Zugang geplant. Die Haupt-Einfahrt könnte über den Oberanger sein. Die Unternehmer wollen so Parkplätze ersetzen, die durch die Fußgängerzone Sendlinger Straße verlorengegangen sind. Außerdem ist der Abriss des Parkhauses am Färbergraben (Hirmer-Parkhaus) beschlossene Sache. Autofahrer finden hier dann Ersatz-Stellplätze.

Stadtrat muss noch zustimmen

Flori Schuster, Geschäftsführer des Sporthauses, sieht in der Tiefgarage eine Chance, nicht nur für sein Sporthaus: "Wir gewinnen an der Oberfläche Platz und können die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern." Ihn freut, dass so ein neuer Ringschluss in der City entstehen kann: von der Fußgängerzone Kaufinger Straße über den sogenannten Sattlerplatz (dann ohne Parkhaus) zum Rindermarkt mit dem neuen Sport Schuster-Gebäude bis zur Fußgängerzone Sendlinger Straße.

Noch ist die Tiefgarage aber keine beschlossene Sache: Der Stadtrat muss noch zustimmen. 

Lesen Sie hier: Zoff im Stadtrat - Fußgängerzone Sendlinger Straße: "Die Stadt hat offen manipuliert!"

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