November der Wahrheit Ein Klub im Teufelskreis: Kaiserslautern am Abgrund

FCK-Coach Jeff Strasser: "Wir haben allen die Situation nochmal verdeutlicht. Das Team hat das verinnerlicht." Foto: Kunz/Augenklick

Zweitligist 1. FC Kaiserslautern befindet sich mal wieder in der Krise. Die Hoffnung ruht auf möglichen Verstärkungen in der Winterpause - doch dann könnte es schon zu spät sein.

Kaiserslautern - Es war nicht mehr als eine Randbemerkung, doch sie hauchte den leidgeprüften Fans des 1. FC Kaiserslautern mit einem Schlag neue Hoffnung ein. "Ja", sagte Sportdirektor Boris Notzon der Rheinpfalz, "wir sind wirtschaftlich in der Lage, Transfers zu machen." Und noch viel besser: "Wir sind optimistisch, Spieler zu bekommen, die uns bei unserem großen Ziel helfen."

Dieses lautet auch in diesem Jahr Klassenerhalt, doch die Mission ist angesichts der prekären Situation des Klubs noch einen Tick kniffliger als in den Vorjahren. Die finanzielle Lage ist - vorsichtig ausgedrückt - trotz der vielversprechenden Worte von Notzon angespannt, sportlich belegen die Pfälzer abgeschlagen den letzten Tabellenplatz.

Und obwohl Notzon glaubt, dass die Mannschaft des viermaligen deutschen Meisters "absolut tauglich" für die Liga ist, sind neue Kräfte bitter nötig. Allerdings: Wenn sie dann tatsächlich im Winter kommen sollten, könnte es auch schon wieder zu spät sein. Fünf Punkte beträgt der Abstand zum Relegationsrang 16, zuletzt verlor die Mannschaft des nur zu Beginn seiner Rettungsmission erfolgreichen Trainers Jeff Strasser zweimal gegen Aufsteiger.

Die Gegner im November - der VfL Bochum am Freitag, Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld - befinden sich ebenfalls in der unteren Hälfte der Tabelle. Sollte es auch hier Niederlagen setzen, wäre die Hoffnung endgültig dahin. "Wir haben allen die Situation nochmal verdeutlicht. Das Team hat das verinnerlicht. Es gilt, die Mentalität für die Erfolge auf den Platz zu bringen", sagt Strasser.

Neuanfang in der Regionalliga?

Der Glaube an die Wende ist jedenfalls (noch) vorhanden - genau wie im Vorstand. "Wir sind zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen", sagte Kaiserslauterns Finanzvorstand Michael Klatt, der sich in einer ähnlich misslichen Lage befindet wie Notzon. Der Sportdirektor musste im Sommer kurzfristig einspringen, als Vorgänger Uwe Stöver hinschmiss.

Und Klatt ist zuständig für einen Bereich, der alles andere als rosig ist. Vor allem die Pachtkosten des legendären Fritz-Walter-Stadions in Höhe von 2,6 Millionen Euro im Jahr belasten den Verein extrem. Um finanziell nicht vollkommen in die Bredouille zu geraten, müssen die hohen Kosten durch Verkäufe von Leistungsträgern kompensiert werden, wie vor der Saison unter anderem der Wechsel des U21-Europameisters Julian Pollersbeck zum Hamburger SV zeigte.

Da hierdurch viel Qualität verloren geht, befindet sich der Klub in einem Teufelskreis - den man doch so gerne durchbrechen will. "Da schaut man schon etwas neidvoll nach Heidenheim, Freiburg oder Braunschweig", gibt Notzon unverhohlen zu, "die mit denselben handelnden Personen über Jahre und ohne Kaderfluktuation ein Konzept verfolgen". Dieses brachte die genannten Vereine zuletzt in komfortable Tabellenregionen, Freiburg sogar zurück in die Bundesliga.

Die Rückkehr ins Oberhaus ist auch für den FCK eine, wenngleich unrealistische, Möglichkeit, um zu gesunden. Eine andere ist der Neuanfang in der Regionalliga, denn der Absturz in die 3. Liga wäre finanziell kaum zu stemmen. Daran denkt aber ohnehin niemand. Noch nicht.

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