Notzinger Doppelmord: Psychiaterin bescheinigt dem Angeklagten eine Persönlichkeitsstörung

LANDSHUT Im Landshuter Prozess um den Doppelmord von Notzing hat eine Psychiaterin dem Angeklagten eine instabile Persönlichkeitsstörung attestiert. Außerdem könne sie eine erheblich eingeschränkte Steuerungsfähigkeit nicht ausschließen, sagte die Expertin gestern vorm Landgericht Landshut.

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Der 22-Jährige muss sich wegen Mordes an den Eltern seiner Ex-Verlobten verantworten. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass der Heizungsmonteur den 60-Jährigen und die 54-Jährige getötet hat – er habe diese dafür verantwortlich gemacht, dass deren Tochter ihre Verlobung mit ihm aufgelöst habe. Der Angeklagte hatte die Tat zum Prozessauftakt eingeräumt.

Die Psychiaterin betreut seit einigen Monaten den Angeklagten in der Justizvollzugsanstalt Straubing. In Einzelgesprächen habe der junge Mann berichtet, dass er bereits im Kindergarten zum Teil ausgerastet sei. Überdies habe er auch in der Schulzeit nur schwer Freunde gefunden. „Er hat gesagt, zu dieser Zeit sei ein Wellensittich sein bester Freund gewesen”, sagte die 45-Jährige. Von seinem Vater habe er sich wegen seiner schulischen Leistungen entwertet gefühlt. Außerdem sei er vom Vater geschlagen worden. Einmal habe dieser ihm sogar den Arm gebrochen.

Über den Tathergang von Notzing – dies ist ein Gemeindeteil von Oberding (Landkreis Erding) – hatte die Psychiaterin mit dem Angeklagten aber nicht gesprochen.

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