Neues Sechzger-Stadion? Reaktion auf Ultras: Hasan Ismaik macht Druck auf die Stadt

, , aktualisiert am 19.03.2017 - 12:08 Uhr
Hat sich mal wieder bei Facebook zu Wort gemeldet: Hasan Ismaik Foto: dpa/az-screenshot

Die neue Ultragruppierung Münchner Löwen erklärt sich in einem Flugblatt und fordert endlich umsetzbare Lösungsansätze für ein neues Sechzger-Stadion. Geldgeber Hasan Ismaik meldet sich auf Facebook - mit einer deutlichen Forderung an die Stadt.

München - Es hallt wieder lautstark durch die  Arena: "Einmal Löwe, immer Löwe!" Zwar sind immer noch Plätze in der untersten Reihe der Nordkurve frei, doch das Zentrum der Sechzig-Fanszene steht nach vereinzelten Reibereien und Eitelkeiten in den vergangenen Monaten wieder geschlossen hinter dem TSV 1860. Das bewies das Heimspiel gegen die Würzburger Kickers (2:1), bei dem 22.600 Anhänger für "Gänsehaut-Atmosphäre" im riesigen Stadion in Fröttmaning (Kapazität: 75.000 Zuschauer) sorgten. 

Wiederbelebte Stimmung beim TSV 1860

Die Münchner Löwen haben dabei die Initiative in der "Kurve" übernommen. Vor dem Spiel bezog die neue Ultragruppierung laut "Münchner Merkur" in einem Flugblatt Stellung, bezeichnete sich selber als unabhängigen "Dachverband" aller Löwenfans. Geschlossenheit soll signalisiert werden. Eine Geschlossenheit, die auch einer Sehnsucht Ausdruck verleiht: der nach einem neuen Sechzger-Stadion.

Die Ultras erklärten in dem Offenen Brief, sich bewusst für den Namen Münchner Löwen entschieden zu haben, "denn jeder Löwenfan soll sich angesprochen fühlen! Zwar werden wir den Weg in eine erfolgreiche, großartige Zukunft aufzeigen, aber es liegt an jedem einzelnen Löwenfan, diesen Weg mit uns zu bestreiten und die Szene würdig zu vertreten. Unser Auftritt in der Kurve ist für den Zusammenhalt und die zu schaffende Einheit der Fanlandschaft von Sechzig München somit unumgänglich".

Ultras kritischen gegenüber "handelnden Personen"

Nichtsdestotrotz würden die Münchner Löwen nach wie vor kritisch gegenüber sämtlichen handelnden Personen im Verein eingestellt bleiben und unseren Standpunkt vertreten, hieß es weiter. Mit Standpunkt war offenbar nicht zuletzt die Stadionfrage gemeint. "Wir werden weiterhin für einen vorzeitigen Auszug aus der Allianz Arena und auch für unseren Fußball kämpfen. Darum bleibt eine unserer Forderungen an den Verein und im Besonderen an die KGaA, sich weiterhin intensiv mit der Thematik rund um ein eigenes Löwenstadion zu beschäftigen", erklärten die Ultras. "Wir erwarten zeitnah Lösungsansätze, um schnellstmöglich unser unsägliches Dasein in der Fröttmaninger Einöde zu beenden." Harte Worte, klare Kante.

Lesen Sie auch: Hollerbach motzt wegen Aigner-Szene

Die ließ prompt Investor Hasan Ismaik auf seine eigene, pathetische Weise folgen. Der jordanische Geldgeber meldete sich über seinen Facebook-Kanal: "Die neue Geschlossenheit der Fankurve wird uns in der Außendarstellung helfen, dass unser TSV 1860 in der Öffentlichkeit wieder als echte Einheit wahrgenommen wird. Es macht mich sehr stolz, dass nun alle Fangruppierungen wieder an einem Strang ziehen, weil sie nur eines im Sinn haben: Eine bessere Zukunft unserer Löwen. Weil ich mich als Teil von Euch sehe, werde ich mit aller Kraft versuchen, diesen Kurs zu beschleunigen."

Hasan Ismaik stellt Forderung an München

Natürlich habe er auch den Offenen Brief der "Münchner Löwen" übersetzt bekommen, erklärte der 1860-Investor - und machte Druck auf die Stadt München. Ismaik "Ich kann Euch zu 100 Prozent verstehen, dass ihr eine eigene Löwen-Heimat wollt. Das ist exakt auch mein Plan. Um dieses Projekt allerdings umzusetzen, brauchen wir – wollen wir in München bleiben – auch die Unterstützung der Stadt."

Lesen Sie hier: Die Stimmen zum Löwen-Sieg gegen Würzburg

Nicht das erste Mal richtete der Mehranteilseigner des TSV 1860 damit öffentlich eine klare Forderung an die Stadt. Diese hatte sich kooperativ gezeigt, was einen möglichen Standort beim Messegelände in Riem betrifft. Doch das besagte Areal stellte sich als zu klein heraus für eine Arena nach dem Gusto Ismaik - das heißt, ein Stadion für wohl mehr als 50.000 Zuschauer samt entsprechender Infrastruktur.

Sechzger-Stadion ist keine realistische Option

Längst gilt als offener Geheimnis, dass die Löwen-Fans am liebsten in der Stadt, bestenfalls in Giesing, bleiben möchten. Entsprechend dürfte auch der Begriff "Fröttmaninger Einöde" aufzufassen sein. Doch das Städtische Stadion an der Grünwalder Straße liegt verkehrstechnisch ungünstig, die Stadt lehnt diese Option ab. Wie soll der ideale Lösungsansatz also aussehen? Antworten darauf zu finden, fordern nun die neuformierten Ultras offensiv.

JETZT LESEN

Auch interessant

135 Kommentare