Neues onkologisches Forschungszentrum München bündelt Kräfte im Kampf gegen den Krebs

Freuen sich über das neue Zentrum: Der Präsident der TU München, Wolfgang A. Herrmann (l) und der Gründungsdirektor des TranslaTUM, Markus Schwaiger. Foto: Sven Hoppe/dpa

Das neue onkologische Forschungszentrum am Uniklinikum Rechts der Isar hat 60 Millionen Euro gekostet - die Forscher erhoffen sich neue Erfolge gegen den Krebs.

München - Ein paar Rechner stehen schon, Labortische – und auch Duschen am Ausgang für den Fall einer Kontamination. Sonst sind die Labors des neuen Münchner Krebsforschungszentrums für Translationale Onkologie (TranslaTUM) noch eher leer.

Im Keller fehlen in den Kunststoff-Käfigen für Versuchsmäuse noch die Tiere. Doch Besucher dürfen die Räume nur in Schutzkleidung betreten. Die Tierställe haben hohe Hygienestandards. Jeder eingeschleppte Erreger könnte Tiere bedrohen, deren Immunsystem künstlich geschwächt ist, und Ergebnisse verfälschen.

Mediziner, Informatiker und Ingenieure sollen am neuen Standort der Technischen Universität (TU) zusammenarbeiten. Von dem engen Austausch zwischen den Disziplinen erhoffen sich die Wissenschaftler neue Impulse im Kampf gegen die komplexe Krankheit Krebs.

Biowissenschaften und Technik arbeiten zusammen

"Interdisziplinarität ist der Ansatz, mit dem wir mit hoher Wahrscheinlichkeit wirklich Neues finden können“, sagt TU-Präsident Wolfgang Herrmann bei der Vorstellung des Zentrums, das am Donnerstag eröffnet werden soll. Rund 60 Wissenschaftler aus den Biowissenschaften und 40 aus dem Bereich Technik werden in dem 60 Millionen Euro teuren Bau am Uniklinikum Rechts der Isar gemeinsam forschen. Die neuen Erkenntnisse sollen rasch in die klinische Praxis übertragen werden. Ärzte könnten ihre Erfahrungen über Krankheitsverläufe in neue Forschungsansätze einbringen – und später die Ergebnisse umsetzen.

Eine halbe Million Menschen erkrankt jedes Jahr in Deutschland an Krebs. „Krebs ist eine der größten gesundheitlichen Bedrohungen in unserer Gesellschaft. Es ist leider so, dass mit der zunehmenden Lebenserwartung die Krankheit noch mehr Menschen betreffen wird“, so TranslaTUM-Gründungsdirektor Markus Schwaiger.

Die Hoffnung: Den Krebs verstehen lernen

Zu den Forschungsschwerpunkten des neuen Zentrums zählen die Fehlsteuerung der Signalübertragung in Tumorzellen, die Interaktionen zwischen Tumorzellen und Immunsystem und die Entwicklung neuer Bildgebungs- und Analyseverfahren, die nicht nur Größe und Aussehen der Tumore erfassen, sondern auch biologische Vorgänge in der Zelle zeigen.

Die Hoffnung für die Zukunft: Die krankhaften Prozesse vorhersehen, bevor sie eintreten – und wenn sie eingetreten sind, sie mit neuartigen Methoden durchbrechen. Immunzellen können etwa außerhalb des Körpers fit gemacht und zurückgegeben werden. Oder der Impuls zum Wachstum könnte in der kranken Zelle unterbunden werden.

In der Krebsforschung wird vor allem mit Mäusen experimentiert. Auf Dauer wolle man Tierversuche reduzieren, so Schwaiger. Im Keller werden 18.000 Mäuse leben. Tierversuchsgegner kritisieren, dass trotz Tierversuche, Krebs auf dem Vormarsch sei.

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