Olympiapark: Neue Halle für EHC und FC Bayern – dann könnten hier in einem neuen Konzertsaal die BR-Symphoniker einziehen.  Eine Oly-Philarmonie?

München - Kultur statt Kufen-Künstler, Es-Moll statt Eismaschine: Kommt ein neuer Münchner Konzertsaal in den Olympiapark? Ein neuer Vorschlag bringt jetzt Bewegung in die verfahrene Debatte: An der Stelle der Eissporthalle soll eine neue Oly-Philharmonie entstehen. Und obwohl auch dieser Vorstoß von der FDP kommt, sind die Chancen für eine Realisierung nicht schlecht – wenn Limo-Produzent Red Bull und der FC Bayern mitspielen.

Es ist der neugewählte Münchner FDP-Chef Andreas Keck, der das Thema wieder auf die Stadt-Agenda setzt: „Ein architektonisches Highlight am Eingang des Olympiaparks statt der baufälligen Eissporthalle könnte das Ensemble rund um den BMW-Vierzylinder, das BMW-Museum und die BMW-Welt in hervorragender Weise ergänzen“, sagte er der AZ.

Voraussetzung für den Kulturbau am Mittleren Ring: Die Spiele des EHC Red Bull München werden künftig nicht mehr im Eisstadion ausgetragen, sondern in einem Neubau. Den will der Eishockey-Sponsor möglichst bald gemeinsam mit den Basketballern des FC Bayern an der Stelle des ehemaligen Radstadions – neudeutsch Event-Arena genannt – errichten. 10 000 Zuschauer sollen dort Platz finden. „Dann muss der Bereich östlich vom Olympiaturm sowieso neu geplant werden“, sagt Keck.

Er lobt diese Stelle als „perfekten Standort“. Die Verkehrsanbindung sei „grundsätzlich vorhanden, auch wenn Zufahrt und Parkoptionen dann optimiert werden müssten.“ Und die Architektur an dieser Stelle „schreit geradezu nach einer mutigen, innovativen Lösung“, so der Liberale.

Reizvolle Idee

Ob dies in München eher eine Hürde ist oder gar Rückenwind für eine solches Projekt bedeutet, ist fraglich. Reizvoll ist die Idee schon. Auch für den Olympiapark.

Allerdings müsste erst einmal der Umzug des EHC und der Einzug der Basketballer in die neue Halle realisiert werden. „Die Priorität liegt erst einmal auf der neuen Halle“, sagt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung der AZ. Noch dieses Jahr soll der Rat über den Neubau der EHC-FCB-Halle entscheiden. 2015 könnten dann das Radstadion abgerissen werden, ein Neubau wäre dann zu Beginn der Saison 2017/18 funktionsfähig.

So handfest die Vorstellungen über das Aus für das Radstadion sind, „es gibt noch keine konkreten Überlegungen dafür, was in diesem Fall aus dem Eissportzentrum wird“, sagt Hartung. Da sei im wahren Sinn des Wortes „eine offene Baustelle“.

Eine Voraussetzung: Eine Konzerthalle muss „logistisch an dieser Stelle reinpassen“, so der Olympiaparksprecher. Die Parkplatzsituation müsse beispielsweise verbessert werden. Eine Halle mit einer Frequenz von bis zu 3000 Zuschauern sei „zu verkraften“.

Ein Konzertsaal muss kein Millionengrab werden

Vorbild könnte beispielsweise das hoch gelobte Konzerthaus Dortmund sein. Das hat vor zwölf Jahren 48 Millionen Euro gekostet, fasst aber nur 1500 Zuschauer.

Im Vergleich zu bisher gehandelten Plänen für einen vor allem von Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks gewünschten Neubau – ein Saal an der Isar oder auf dem Areal der Agip-Tankstelle in Stachus-Nähe – ist die liberale Idee einer Oly-Philharmonie nicht nur reizvoll, sondern auch realitätsnäher.

Ganz im Gegensatz zum Vorstoß der Stadträtin Ursula Sabathil, die für die „Bürgerliche Mitte“ im Stadtrat sitzt. Die Ex-CSUlerin hat am Freitag per Antrag OB Dieter Reiter aufgefordert. ein Konzept „für einen oder auch zwei Konzertsäle für München zu erarbeiten“. Was dafür spreche? Der neue OB spiele selbst Gitarre.