Entscheidung ist gefallen Neuer Konzertsaal: Cukrowicz Nachbaur bauen im Werksviertel

Der siegreiche Entwurf von Cukrowicz Nachbaur. Foto: Bayerisches Staatsministerium des Inneren/Entwerfende Architekten

Das österreichische Architekturbüro Cukrowicz Nachbaur gewinnt den Wettbewerb für den Konzertsaal im Werksviertel. Das Gewinnerduo erhält nur eine Gegenstimme.

München - Fünfzehn Jahre wurde über den Neubau eines Konzertsaals in München gestritten. Nun steht - endlich - der Sieger des Architekturwettbewerbs fest: das Vorarlberger Architektenduo Andreas Cukrowicz und Anton Nachbaur. Bekannt wurde es durch das 2013 fertiggestellte Landesmuseum in Bregenz.

Der Planungswettbewerb hatte sich wegen einer Klage des in der Vorrunde ausgeschiedenen Architekten Stephan Braunfels verzögert. Sechs Architekten – darunter Herzog und de Meuron (Elbphilharmonie), Schultes und Frank (Kanzleramt) und Frank Gehry (Guggenheim-Museum Bilbao) – waren vom Freistaat zur Teilnahme aufgefordert worden. Weitere Architekten durchliefen eine Vorauswahl.

Nur eine Gegenstimme

Das Preisgericht mit 25 Mitgliedern beriet am Donnerstag und Freitag in der Hochschule für Musik und Theater über die 31 eingereichten Entwürfe. Ihm gehörten unter anderem die Minister Joachim Herrmann, Ludwig Spaenle sowie Oberbürgermeister Dieter Reiter und einige Stadträte an. Ministerpräsident Horst Seehofer konnte wegen der Sondierungsgespräche in Berlin nicht teilnehmen. Darüber hinaus waren 30 Berater an der Entscheidung beteiligt.

Sie erfolgte einmütig – mit einer Gegenstimme. "In diesem heterogenen Umfeld ist das Gebäude ein nobler Ruhepunkt", sagt Arno Lederer, der Vorsitzende der Jury, zur Begründung. "Zurückhaltend und ausdrucksstark zugleich, in dieser Form an keinem anderen Ort zu finden. Sowohl die emotionalen, als auch die quantitativen Anforderungen sind sehr gut erfüllt".

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Der erste Preis ist mit 125.000 Euro dotiert. Die Entscheidung soll dem Preisgericht nicht leicht gefallen sein. Auch der Sieger wird seinen Entwurf überarbeiten müssen.

Den zweiten Platz errang der Architekt Jörg Friedrich. Er hat 2001 das Kleine Festspielhaus in Salzburg umgebaut. Der dritte Preis ging an David Chipperfield, der das Haus der Kunst umbauen wird. Jean Nouvel, der Architekt der Pariser Philharmonie und des Konzertsaals in Luzern, soll in einer Vorrunde ausgeschieden sein.

Das Duo hat noch ein Projekt in München

Der Bauplatz im Werksviertel am Ostbahnhof gilt als nicht einfach: Auf einer kleinen Fläche sollen neben einem Konzertsaal für etwa 1800 Besucher ein Kammermusiksaal und Räume der Musikhochschule untergebracht werden.
Cukrowicz und Nachbaur bauen klar und kristallin. Sie wollen die Säle unter einem gemeinsamen Dach übereinander türmen.

Ihr 1996 gegründetes Büro hat schon ein Projekt in München: das neue Physik-Department am Campus Garching der TU München – mit Baubeginn 2018. Im gleichen Jahr soll es auch mit dem Konzertsaal im Werksviertel losgehen, dessen Fertigstellung Optimisten für 2021 erwarten.

Ausstellung ab Sonntag

Im nächsten Schritt lädt das Staatliche Bauamt München 1 alle Preisträger zu Verhandlungsgesprächen ein. Dann werden die Ausschreibungen für die Akustikplanung, Tragwerksplanung und Gebäudetechnik vorbereitet.

Ab Sonntag können sich alle Münchner selbst ein Bild machen: In der whiteBOX unweit des künftigen Bauplatzes sind ab 10 Uhr alle prämierten Entwürfe sowie der Siegerentwurf zu sehen. 

"White Box" im Werksviertel, Atelierstraße 18, bis 26. November, täglich 10 bis 18 Uhr

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