Miriam Gössner, die Freundin von Skistar Felix Neureuther zieht sich für den „Playboy“ aus. Hier spricht sie über die Fotos, Reaktionen – und ihre Problemzonen.

AZ: Frau Gössner, am Donnerstag präsentieren Sie sich nicht nur der Männerwelt im neuen „Playboy“ – haben Sie schon Herzklopfen?

MIRIAM GÖSSNER: Gar nicht mehr so sehr, die große Nervosität hatte ich, bevor ich das Heft erstmals gesehen habe. Mir war auch sehr klar, in welche Richtung die Bilder gehen sollten, den Busen zu zeigen, das war okay. Mehr wollte ich aber nicht offenbaren. Das wäre mir zu intim gewesen. Mir gefällt das Produkt, ich bin damit zufrieden, was man da sieht, das bin ich, die Miri Gössner. Mir war es wichtig, dass ich authentisch rüberkomme, dass da nicht am Photoshop die Beine drei Meter lang werden. Es steht Miri Gössner drauf, es ist Miri Gössner drin.

Was sagte denn Ihre Familie dazu?

Als das Angebot kam, habe ich vorher mit meiner Familie geredet, was sie davon hält, ob sie damit einverstanden sind. Sie hatten nie ein Problem damit, sonst hätte ich es auch nicht gemacht. Meine Mama war sicher mindestens so aufgeregt, wie es am Ende wird. Jetzt hat sie das Heft gesehen – und es gefällt ihr. Auch die Mama ist zufrieden.

Und Ihr Freund, der Felix Neureuther, der Sohn von Rosi Mittermaier?

Der hat auch gesagt, dass ihm die Bilder gefallen – und ich glaube ihm natürlich (lacht). Wir sind ja erst zusammengekommen, als ich dem Playboy schon zugesagt hatte, das Fotoshooting war aber erst danach. Für ihn war das kein Problem. Und er ist ja auch nicht der eifersüchtige Typ. Das passt schon. Ansonsten hat noch fast niemand die Bilder gesehen.

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Was war für Sie der Beweggrund, den Biathlon-Rennanzug abzulegen – und sich im Eva-Kostüm zu präsentieren?

Das Angebot kam genau in einer der schwierigsten und schmerzhaftesten Phasen meines Lebens, direkt nach dem Sturz mit dem Fahrrad.

Bei dem Sie sich vier Rückenwirbel gebrochen haben.

Genau. Ich will es nicht als Neuanfang bezeichnen, aber es war schon eine Zäsur. Mir gefiel dann die Idee, mich mal von einer anderen Seite zu zeigen. Als Sportlerin, als Athletin kennt man mich, aber ich wollte mich auch mal von der weiblicheren Seite zeigen.

Welcher Playboy ist denn Ihr Lieblingsheft?

Mir haben die Aufnahmen von der Kati Witt sehr, sehr gut gefallen, weil es was Anderes, was Ausgefallenes, was Schönes war. Das ist mein Lieblingsheft.

Haben Sie Problemzonen an sich ausgemacht?

Ach, ich denke, es gibt auf der ganzen Welt keine Frau, die zu hundert Prozent mit sich selber zufrieden ist. Wir Biathleten haben sicher sehr muskulöse Beine, aber die brauchen wir halt auch, die gehören zu mir und meinem Sportlerleben dazu.

Franziska Schenk sagte ja, dass sie sich schon gefreut hat, dass nach der Karriere der Eislauf-Hintern kleiner wurde.

(lacht) Das Leben nach dem Leistungssport sieht sicher ein bisschen anders aus. Und man selber auch.

Es laufen die Olympischen Spiele in Sotschi. Unvergessen sind die Bilder, als Sie aufgrund Ihrer Verletzung den Startverzicht erklärten – und dabei von Weinkrämpfen geschüttelt wurden.

Es war die schwierigste Entscheidung, die ich in meinem Leben treffen musste, keine Frage. Für dieses Ziel – Olympia – habe ich ja all das Leid, die Schmerzen auf mich genommen. Normal wäre ich nie mit solchen Schmerzen gelaufen. Aber es ging einfach nicht. Ich habe noch Schmerzen, aber es wird immer besser.

Der Felix, Ihre Kolleginnen, sind zur Zeit bei Olympia in Sotschi. Das Land, das durch seine rigiden Anti-Homosexuellen-Gesetze für negative Schlagzeilen sorgt.

Ich finde es schlimm, dass es solche Gesetze gibt. Ich sehe das so: Keiner kann doch steuern, in wen er sich verliebt. Liebe, das ist so ein tolles, wunderbares Gefühl, es ist so ein Geschenk, das zu erleben. Was den Menschen ausmacht, ist doch nicht seine sexuelle Orientierung, sondern sein Wesen, wer er ist, was er für Werte verkörpert.