Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer verteidigt den Vorfall auf der Auer Wache. Grünen-Stadtrat Siegfried Benker sieht darin ein „verheerendes Signal“

München -
Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer hat sich erstmals zum Fall einer 23-jährigen Frau geäußert, der auf einer Polizeiwache in der Au mit der Faust ins Gesicht geschlagen wurde. Jetzt steht er selbst in der Kritik.

Schmidbauer hatte das Vorgehen des Beamten öffentlich verteidigt. Man müsse das aus der Sicht des Kollegen sehen, der sogar selbst alles dokumentiert habe.
Die Frau sei im Drogenrausch und nicht zu beruhigen gewesen. „Der Faustschlag war für ihn die konsequente Vorgehensweise, um zu beenden, dass er einen weiteren Kopfstoß erhält und dass er weiter bespuckt wird.“

In einem offenen Brief wandte sich nun Grünen-Stadtrat Siegfried Benker an den Präsidenten. Er mache mit seinen Aussagen deutlich, „dass Sie sich vor jegliches Verhalten Ihrer Beamten stellen“. Das sei ein „verheerendes Signal“, meint Benker. Es sei bezeichnend, dass Schmidbauer kein Bedauern für das „Opfer der Polizeigewalt“ gezeigt habe. Benker fordert ihn auf, die Ermittlungen in diesem Fall abzugeben: „Wie objektiv kann eine interne Ermittlung noch sein, wenn Sie als Dienstherr bereits die Aussagen des zuschlagenden Beamten übernehmen?

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