Auf eine Million Euro Einnahmen im Jahr müsste die Stadt dadurch verzichten. Die Uni-Maut sind die Studenten bald los. Jetzt sollen die Meister-Schulgebühren folgen.

MÜNCHEN - Bayerns Studenten sind die Uni-Maut aller Voraussicht nach bald los. Und sie sollen nicht die einzigen sein, die sich künftig besser stellen: Jetzt bereitet die Stadt nämlich auch die Abschaffung der Meister-Schulgebühren vor. Von vornherein war es eine Forderung des erfolgreichen Aktionsbündnisses gegen Studiengebühren gewesen, auch die berufliche Weiterbildung verstärkt zu fördern. Nun werden in München die Weichen dafür gestellt.

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Am Montag hat OB Christian Ude dem Bildungsreferat und der Stadtkämmerei aufgetragen, „alle erforderlichen Schritte für die Abschaffung der Meistergebühren“ einzuleiten. So teilte es die Stadt in der „Rathausumschau“ mit. Schon ab nächstem Jahr könnten sich Interessenten an den städtischen Schulen dann gebührenfrei zum Meister weiterbilden lassen, heißt es da, „falls die Studiengebühren noch in dieser Legislaturperiode abgeschafft werden“.

An 28 städtischen Fachschulen können 2500 Schüler derzeit ihren Meister oder Techniker machen. Zum Beispiel als Konditor, Schreiner, Goldschmied oder Buchbinder. Oder in Fachbereichen wie der Farb- und Lacktechnik oder der Orthopädietechnik. 750 Euro kostet diese Vollzeit-Ausbildung pro Jahr. Geld, das bisher in der Stadtkasse landet. Stadtschulrat Rainer Schweppe sagt: „Die Dimension liegt bei einer Million Euro Einnahmen für den Haushalt pro Jahr.“ Auf diese Summe müsste München künftig also verzichten.

Letztlich muss der Stadtrat darüber entscheiden. Wobei die Stadt nur die Ausbildung zum Meister oder Techniker an ihren Fachschulen im Alleingang kostenlos gestalten könnte – nicht aber die Prüfung. Schweppe erklärt: „Die Meisterprüfungsgebühr ist eine Extragebühr.“ Sie werde von den Kammern erhoben und liege noch einmal bei 752 Euro. Jetzt will OB Ude Gespräche mit den Kammer-Präsidenten aufnehmen.

Die AZ hat am Dienstag mal bei der Handwerkskammer nachgefragt. Sprecher Jens Christopher Ulrich sagte: „Über die Prüfungsgebühr entscheidet die Handwerkskammer – und nicht die Stadt. Und es ist nicht geplant, diese abzuschaffen.“

Ganz ähnlich klingt auch Beate Eisinger von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern: „Wir wollen die Gebühren beibehalten. Nach derzeitigem Stand sind sie für uns nicht verhandelbar.“ 

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