Familienvater festgenommen Vergewaltigung im Englischen Garten: DNA überführt Täter

, aktualisiert am 11.04.2017 - 18:24 Uhr
Monatelang hatte die Polizei fieberhaft nach dem brutalen Vergewaltiger gefahndet, jetzt ist er offenbar gefasst. Foto: Gaulke

Der Mann, der im Englischen Garten und in Rosenheim zwei Frauen missbrauchte, ist endlich gefasst.

München - Viele Frauen, die gerne an der Isar oder im Englischen Garten joggen, werden bei dieser Nachricht erleichtert aufatmen. Der brutale Sex-Täter, der zwei Frauen überfallen hat, sitzt in U-Haft. Die Mordkommission hat einen 27-jährigen Familienvater unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Der Mann leugnet allerdings die Taten.

Ein Raubüberfall in Feldmoching ist Murat A. zum Verhängnis geworden. Er arbeitet Ende letzten Jahres als Aushilfe in einer Firma. Der Chef, ein 48-jähriger Kraftfahrer, wird am 14. Dezember morgens in seinem Büro von zwei bewaffneten Männer bedroht. Die Täter entkommen mit 1.300 Euro aus einer Geldkassette.  .

Der Sex-Täter gibt freiwillig eine Speichelprobe ab

Die Kripo ermittelt. Um bei der Auswertung der Spuren vom Tatort die Mitarbeiter des Unternehmens als Verdächtige ausschließen zu können, werden DNA-Tests gemacht. Auch Murat A. ist dabei. Der 27-Jährige stammt aus dem Osten der Türkei. Im Oktober 2015 kommt er über Kiefersfelden mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn (heute 3) nach Bayern. Er beantragt Asyl. Sie seien Flüchtlinge aus Syrien, behauptet er. Später gibt er an, sie seien Kurden und in ihrer Heimat politisch verfolgt.

Die Familie lebt Ende 2015 zunächst in Rosenheim. Später dann in Berg am Laim, wo sein zweites Kind, ein Mädchen (heute 1) zur Welt kommt.

Murat A. gibt vergangenen Dezember wie alle seine Kollegen aus der Feldmochinger Firma eine Speichelprobe ab. Sie kommt ins Labor. Im Februar liegt das Ergebnis vor. Der genetische Fingerabdruck wird mit den beim BKA gespeicherten Daten abgeglichen. Ein Treffer – einer, mit dem niemand gerechnet hat. Das Ergebnis passt zur DNA eines zweifachen Vergewaltigers.

Der Mann hat am 18. Dezember 2016 im Englischen Garten auf der Insel nahe der St. Emmeram-Brücke zwischen Kanal und Isar eine 45-Jährige überfallen und missbraucht.

"Der Täter hat die Frau gewürgt, bis sie das Bewusstsein verloren hat", sagt Oberkriminalrat Markus Kraus. Der Mann zerrt die 45-Jährige in ein Gebüsch abseits des Weges und vergeht sich an ihr. Die Frau hat nur knapp überlebt. Sie hätte in der kalten Dezembernacht erfrieren können, wenn sie nicht rechtzeitig das Bewusstsein wiedererlangt hätte. Die Frau irrt verletzt und orientierungslos umher, bis sie schließlich zur St. Emmeramsmühle kommt. In der Wirtschaft findet sie Hilfe. Sie kommt ins Krankenhaus. "Der Frau geht es inzwischen den Umständen entsprechend", sagt Markus Kraus, sie habe ins normale Leben zurückgefunden. Die Staatsanwaltschaft wertet das Delikt als versuchten Mord. K 11 übernimmt.

Die Ermittler der Mordkommission kommen zunächst nicht voran. Der Täter hat die Frau von hinten angefallen und gepackt. Sie kann den Angreifer deshalb kaum beschreiben. Nur an eine dunkle Mütze erinnert sie sich.

Der Vergewaltiger geht in beiden Fällen mit äußerster Brutalität vor

Die Spurensicherung kann DNA des Täters sicherstellen. Ein Abgleich ergibt Ende 2016, dass derselbe Mann ein knappes Jahr zuvor, im November 2015, eine Spaziergängerin (29) am Inn-Ufer in Rosenheim vergewaltigt hat. Die junge Frau war ähnlich brutal vergewaltigt worden.

Murat A. wird vom Ergebnis des jetzt vorliegenden DNA-Abgleichs schwer belastet. Zudem hat er in Rosenheim gelebt, als die 29-Jährige vergewaltigt wurde, und er wohnt bereits in München, als die zweite Vergewaltigung passiert. "Die Spurenlage ist eindeutig", betont Markus Kraus, "wir sind froh, dass sie zum Erfolg geführt hat". Murat A. wird am 31. März in einer Flüchtlingsunterkunft festgenommen. Seitdem sitzt er in U-Haft. Der Verdächtige leugnet trotz aller Beweise.

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