Bevor sie in einem Rennen über den Zielstrich fahren konnte, war für Lindsey Vonn die WM gelaufen. Jetzt wurde sie operiert -  und blickt zuversichtlich in die Zukunft: "I will be back!"

Schladming - Fünf Tage nach ihrem schweren Sturz bei der WM beginnt für Ski-Star Lindsey Vonn der lange Weg zu den Olympischen Winterspielen in Sotschi.

Die 28-Jährige wurde in Vail operiert. „Erfolg! Die Operation lief gut gestern und ich erhole mich zu Hause mit meiner Familie in Vail“, schrieb sie am Montag auf ihrer Facebook-Seite.

Mit einer genauen Prognose hielt sich ihr Arzt Bill Sterett zwar zurück, betonte aber, dass die Chancen für eine vollständige Heilung gut stünden. „Sie wird alles in ihrer Macht stehende tun, umso schnell wie möglich wieder wettkampfmäßig skizufahren“, sagte Sterett laut Mitteilung.

Einen Tag nach ihrem Kreuz- und Innenbandriss sowie einem Bruch des Schienbeinkopfes beim Super-G am Dienstag hatte Vonn ihren Fans versprochen, in einem Jahr bei Olympia starten zu wollen. „Ich kann euch versichern, dass ich so hart arbeiten werde, wie es menschlich möglich ist, um mein Land nächstes Jahr in Sotschi zu repräsentieren.“

Im ersten Wettbewerb der Weltmeisterschaften in Österreich war Vonn nach einem Sprung gestürzt und musste mit dem Helikopter von der Strecke ins Krankenhaus transportiert werden. In Abwesenheit der Speed-Queen und Abfahrts-Olympiasiegerin nutzte Marion Rolland aus Frankreich am Sonntag die Gelegenheit und holte bei der Schussfahrt den WM-Titel in Schladming. Im Super-G hatte die Slowenin Tina Maze Gold gewonnen.

Vonns Team sammelte unterdessen via Facebook Genesungswünsche für die Amerikanerin, deren ganze Saison ein einziges Auf und Ab war. Statt beim ersten Weltcup-Slalom in Levi um die Torstangen zu jagen, lag sie mit rätselhaften Darmproblemen im Krankenhaus. Ihr erstes Abfahrts-Aus seit knapp sechs Jahren musste Vonn im Dezember ausgerechnet an dem Wochenende hinnehmen, als in einem Interview die psychischen Probleme der Dauer-Strahlefrau publik gemacht wurden. „Leer, wie ein Zombie“, habe sie sich einst gefühlt, Medikamente nehmen müssen, sich in den Sport geflüchtet.

Mit gesundheitlichen Gründen erklärte die Amerikanerin dann auch ihre knapp vier Wochen andauernde Auszeit vom Weltcup-Zirkus. In der Pause ließ sich Vonn von ihrem ehemaligen Trainer und Ehemann Thomas Vonn scheiden. Nach der Rückkehr in St. Anton freute sie sich über die zurückgewonnene Energie und ging voller Zuversicht in die Titelkämpfe – bis bereits vor der ersten Zieldurchfahrt in einem Rennen alles vorbei war.

Auf eine baldige Rückkehr des Damen-Zugpferdes hofft neben Ski-Freundin Maria Höfl-Riesch auch der Präsident des Skiweltverbands FIS, Gian Franco Kasper. „Ich würde mich freuen, wenn sie bald zurück kommt. Und zwar vollumfänglich ausgeheilt“, sagte Kasper der Nachrichtenagentur dpa am Montag. „Es ist immer schlimm, wenn ein Star nicht dabei ist.“