Nach schüssen auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter Bewohner stürzt bei eskalierter Zwangsräumung in den Tod

Bei einer eskalierten Zwangsräumung in Tübingen am Montag ist der Bewohner des Hauses, beim Versuch über einen Balkon zu klettern, tödlich verunglückt. Zuvor soll der Mann das Gebäude in Brand gesetzt haben. Foto: Franziska Kraufmann/dpa

Die Tübinger Wohnung eines 69-Jährigen soll zwangsgeräumt werden, der Mann rastet aus. Er schießt laut Polizei auf einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes und stürzt bei der Flucht aus der brennenden Wohnung.

Tübingen - Bei einer eskalierten Zwangsräumung in Tübingen ist der 69 Jahre alte Bewohner tödlich verunglückt. Beim Versuch, sich über den Balkon aus seiner brennenden Wohnung ins Freie zu retten, sei er am Montag mehrere Meter in die Tiefe gestürzt, teilte die Polizei in Baden-Württemberg mit.

Trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebung sei der Mann noch am Unglücksort gestorben. Ob der Bewohner das Gebäude selbst in Brand gesetzt hat, müsse noch geklärt werden. Zuvor hat der Mann den Angaben zufolge von dem Balkon aus mit einer Pistole auf einen Ordnungsamtsmitarbeiter geschossen.

Dieser war mit dem Gerichtsvollzieher zum Haus gekommen, um die angekündigte Räumung zu vollstrecken. "Das Projektil streifte den Mitarbeiter zum Glück nur am Ärmel und beschädigte lediglich dessen Jacke. Er blieb unverletzt", teilte die Polizei mit.

Im Gebäude ist außer der Wohnung auch die Arbeitsstelle "Sprache in Südwestdeutschland" des Ludwig-Uhland-Instituts der Universität Tübingen untergebracht. Ob Aufnahmen von Dialektsprechern, mit denen die Stelle arbeitet, zerstört wurden, war bei der Universität noch nicht bekannt. Das Feuer hatte vor allem im Dachgeschoss gewütet, wo sich die Wohnung befand. Die Feuerwehr war am Vormittag noch damit beschäftigt, den Brand zu löschen.

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