Wahnsinns-Bayern! Nach dem 4:0 im Hinspiel gewinnen sie auch in Barcelona mit 3:0. Robben und Co. freuen sich aufs Traumfinale in der Champions League gegen Dortmund.

Barcelona - Jetzt muss es doch endlich pass(ier)en! Oder? Die vergangenen fünf Jahre hat entweder der FC Barcelona oder das Team, das Barça bezwang, die Champions League gewonnen. Allzu gerne würde der FC Bayern diese Serie fortsetzen. „Wenn man gegen die weltbeste Mannschaft der letzten fünf Jahre so überzeugend gewinnt, was will man noch mehr?“, sagte Arjen Robben gestern nach dem 3:0-Sieg über Barcelona.

Was man mehr will? Na den Pott – es wäre verdient! Nach dem 4:0 und 3:0 – zusammen: SIEBEN zu NULL – fehlt nur noch ein Sieg, am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion, gegen Borussia Dortmund.

„Wir werden nicht viel schlafen, dürfen es kurz genießen“, so Robben, „aber dann müssen wir es fertig machen!“ In Bestbesetzung, keiner der Gelbvorbelasteten sah einen Karton. Thomas Müller: „Jetzt arbeiten wir darauf hin, dass wir das Sch...ding endlich holen.“ Nachsatz von Philipp Lahm: „Zweitrangig gegen wen.“

Für die Bundesliga steht damit fest: Wir sind wieder Champions-League-Sieger! Erstmals seit zwölf Jahren, seit Bayerns magischer Elfmeternacht von Mailand 2001, geht wieder ein internationaler Titel nach Deutschland. „Etwas Historisches“, stellte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fest. „Eine absolute Traum-Konstellation“, sagte ZDF-Experte Oliver Kahn.

Am 25. Mai in London heißt’s nun: Verdienter Lohn oder Ätschbätsch-Titel. Es wäre der Super-Gau für Bayern: eine dritte Final-Pleite in vier Jahren, noch dazu gegen den Liga-Rivalen, den man aufgrund der Liga-Verhältnisse schon abgehängt wähnte. „Wir dürfen jetzt aber nicht arrogant sein“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. „Wir fahren mit breiter Brust nach London, wollen gewinnen. Aber ich gehe mal davon aus, dass die Dortmunder das auch vorhaben.“  Mit Sicherheit. „Mit unserem BVB-Fußball können wir jeden besiegen“, sagte Torwart Roman Weidenfeller gestern Vormittag, als der BVB-Flieger müde Helden ausgespuckt hatte.

Anders als Dortmund, das beim 0:2 in Madrid gewankt hatte, spielte Bayern mit Barcelona (ohne Lionel Messi) erneut Jojo. Ein Abendspaziergang beim einst (!) besten Team der Welt, lockeres Anschwitzen für Wembley. Eine Halbzeit ließ man Barça zappeln, dann machte Robben das 1:0 (48.), Gerard Piqué per Eigentor (72.) und Thomas Müller (76.) zogen nach. Im Camp Nou hatten die 5000 Bayern-Fans da längst das Kommando übernommen: „Finale, oh-ho!“ – eine vorgezogene Final-Party.

Die Spieler zogen nach. „Schlafen können sie eh nicht, also können sie auch die Nacht zum Tage machen. Freie Fahrt heute Abend“, sagte Franz Beckenbauer vom „Sky“–Studio aus. Der Treppenwitz: Am Samstag gibt’s in Dortmund das Liga-Duell. 23 Tage bleiben, um auszukatern. Was wirklich zählt, ist der 25. Mai

 

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