Trotz der ausstehenden Entscheidung des DFB-Sportgerichts über die Wertung des Relegationsspiels will Düsseldorf den Aufstieg feiern.

Düsseldorf - Fortuna Düsseldorf sieht der Entscheidung des DFB-Sportgerichts nach dem Einspruch von Hertha BSC gegen die Wertung des Bundesliga-Relegationsspiels siegessicher entgegen. Sogar die Aufstiegsfeier wird weiter geplant. Die große Sause mit den Fans soll nun im August stattfinden.

„Das Spiel ist ordnungsgemäß beendet worden. Es handelt sich um eine klare Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters“, sagte Fortuna-Manager Wolf Werner vor der Verhandlung beim Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) an diesem Freitag (13.30 Uhr) in der Frankfurter Verbandszentrale. Werner wertet den Einspruch der Berliner als letzten Versuch, den sportlich besiegelten Bundesliga-Abstieg noch abzuwenden. „Es ist doch klar, dass Hertha diesen Weg noch einmal versuchen will.“

Der Hauptstadtclub hatte am Mittwoch offiziell Einspruch gegen die Wertung des unter chaotischen Umständen zustande gekommenen 2:2 im Relegationsrückspiel am Dienstag eingelegt. Aus Sicht der Düsseldorfer gibt es an ihrer Rückkehr ins Oberhaus nach 15 Jahren aber keinen Zweifel. Natürlich seien das Szenen gewesen, „die wir in keinem Stadion sehen wollen“, räumte Fortuna-Vorstandsvorsitzender Peter Frymuth ein. Aber auch er sieht für einen erfolgreichen Protest und eine Wiederholung der Partie „keine Grundlage“. „Wichtig war doch, dass keiner unserer Fans auf dem Spielfeld gewaltbereit oder bedrohend war. Und wir haben es schließlich geschafft, die Zuschauer ohne Einsatz der Polizei auf ihre Plätze zurückzuführen. Danach ist das Spiel ordnungsgemäß zu Ende gebracht worden“, sagte Frymuth.

Trainer Norbert Meier, der die Berliner als „schlechte Verlierer“ bezeichnete, sieht sich weiterhin nicht veranlasst, ein Training der Mannschaft anzusetzen. Bislang steht der Plan, dass das gesamte Team am kommenden Sonntag wie üblich zur Saisonabschlussfahrt nach Mallorca reist. Die Rückflüge sind für kommenden Mittwoch gebucht. Dass die zunächst für Samstag geplante offizielle Aufstiegsfeier in der Esprit-Arena abgesagt wurde, hatte allein organisatorische und logistische Gründe und nichts mit dem Hertha-Protest zu tun. Zunächst sollte die große Party am Mittwoch steigen, doch da gab es Bedenken wegen der gleichzeitig zu Ende gehenden Messe „Drupa“ auf dem angrenzenden Gelände. Wegen des Feiertages kam auch der Donnerstag nicht infrage. Am Freitag ist Oberbürgermeister Dirk Elbers verhindert, und am Samstag schließlich konnten die als Hauptattraktion vorgesehenen Edelfans von den Toten Hosen wegen anderer Verpflichtungen nicht.

Der Aufstieg soll in großem Stil mit den Fans nun im August gefeiert werden. „Die Gründe hierfür liegen in organisatorischen und dabei vor allem in zeitlichen Abläufen“, hieß es in einer Mitteilung des Vereins am Donnerstag zur Verschiebung der Feierlichkeiten. Weitere Kommentare zum Hertha-Einspruch, den Ermittlungen des DFB-Kontrollausschusses oder den zu befürchtenden Strafen wegen der Tumulte am Dienstag gab es nicht.

Campino, Chef der Düsseldorfer Punkband, hat sein Urteil über die Vorgänge beim Relegationsspiel, das Gäste-Verhalten und den Hertha-Protest längst gefällt. „Das ist die letzte Karte, die der um seine Existenz kämpfende Club hier spielt. Wenn man Anwälte losschickt, die behaupten, man hätte Todesängste spüren können, ist das eine Verunsachlichung auf einem gefährlichen Niveau“, sagte Campino in einem dpa-Interview. Hertha habe „keine Courage“ zu sagen: „Wir werden mit Anstand diesen Abstieg hinnehmen, weil wir es im sportlichen Vergleich nicht geschafft haben, Fortuna zu schlagen.“ Schon vorher hatte Campino betont: „Wenn er Rückgrat hat, muss Herr Preetz das bringen.“