Nach dem Gipfel kehrt wieder Ruhe ein Bilder: Das große Räumen - Garmisch nach G7

So sieht Garmisch nach dem G7-Gipfel aus. Jetzt Müssen die Hinterlassenschaften beseitigt werden. Die Bilder. Foto: dpa

Der Gipfel ist vorbei, Politik-Prominenz, Demonstranten und Journalisten sind abgereist und hinterlassen jede Menge Aufräumbedarf in der Bergidylle rund um Garmisch-Partenkirchen und Schloss Elmau. Die Bilder.

Elmau -  Bis alle Siegel von den Gullys in weitem Umkreis von Schloss Elmau verschwunden sind, wird es dauern. Tausende Kanaldeckel hatte die Polizei schon Wochen vor dem G7-Gipfel aus Sicherheitsgründen zukleben lassen. Nur allmählich werden sich die Klebefolien auflösen. Und auch der großräumig um den Tagungsort gezogene Sicherheitszaun wird nicht so schnell eingerollt sein. Doch die kilometerlangen Sperrgitter entlang der Zufahrtsstraßen werden schon jetzt abtransportiert.

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs von sieben führenden Industrienationen ist Geschichte, in der Region zu Füßen der Zugspitze kehrt der Alltag zurück. Das ohrenbetäubende Knattern der Hubschrauberrotoren, das auch nachts nicht verstummt war, müssen die Menschen nun nicht mehr hinnehmen. Die Einheimischen bekommen ihre Heimat zurück, deren Idylle wochenlang erheblich beeinträchtigt war. Seit Tagen in Garmisch-Partenkirchen geschlossene Geschäfte öffnen, Geldautomaten spucken wieder Bares aus. Weil die meisten Bankfilialen tagelang geschlossen hatten, ging das Wechselgeld in den Kneipen aus.

Die Planen zum Schutz historischer Fresken, bekannt als Lüftlmalerei, hat ein Ladenbesitzer schon wieder entfernt. Auch die vorsichtshalber leer geräumte Auslage des Andenkenladens ist bereits wieder befüllt, die Sperrholzplatten vor den Fenstern sind abgeschraubt.

Überall wird aufgeräumt. Durch den Ort fahren Lastwagen mit Dixie-Klos, aufgestellt für die Demonstrationen. Auf der Wiese, wo an die 1000 G7-Gegner gezeltet hatten, herrscht Aufbruchsstimmung. Die letzten Demonstranten rollen ihre Zelte ein. Zwischen Pfützen stehen verloren zwei Spülen und Getränkekästen herum.

Polizeieinsatzleiter Robert Heimberger ist froh, dass es auch im Protestcamp ruhig geblieben ist und sich manche Befürchtungen von Anwohnern nicht bestätigt haben. Immer wieder hatten die Sicherheitsbehörden und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) davor gewarnt, in einem solchen Protestcamp könnten möglicherweise Gewalttaten vorbereitet werden.

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Die Polizei verbucht es als ihren Erfolg, dass es nicht zu Krawallen kam. Die G7-Gegner sehen das anders: Alle täten jetzt ganz überrascht, dass nichts passiert sei, erregt sich York Runte vom Bündnis "Stop G7 Elmau". Dabei sei nie etwas anderes als friedlicher Protest geplant gewesen. "Wir haben die Hoffnung, dass das in den Köpfen bleibt." Runte nimmt ein Souvenir mit nach Hause: Ein Bauer, der dem Bündnis seine Wiese zum Zelten überließ, hatte ihn vor der Bergkulisse porträtiert und ihm das Bild zum Abschied geschenkt. "Zur Erinnerung an das schönste Protestcamp der Welt", steht darunter. Nun geht es heim: "Ich freu' mich auf meine Badewanne."

Landrat Anton Speer, der ganz besonders seine Teilnahme am "sehr familiären" Begleitprogramm des Gipfels genoss, hofft auf den Werbeeffekt. "Die Bilder gehen um die Welt." Die Gipfeltage mit strahlendem Sonnenschein vor allem am Sonntag und herrlicher Landschaft, aber auch die Freundlichkeit der Garmischer hätten überzeugt - und Gegner und Demonstranten geeint. Von beiden Seiten wollten viele wiederkommen, sagt Speer - als Urlauber.

Überraschend ist am Vormittag die Zufahrt durch den Sicherheitsbereich hinauf zum Schloss Elmau bereits geöffnet. Ursprünglich hatte es geheißen, die Verfügung des Landratsamtes gelte bis zum Abend. Vor dem Schloss herrscht hektische Betriebsamkeit. Kistenweise wird technisches Gerät verladen. Arbeiter bauen das Holzpodest ab, auf dem Kanzlerin Angela Merkel und ihre Gäste sich medienwirksam im Freien fotografieren ließen.

#Merkelmeme auf Twitter G7: Was sagt Merkel hier eigentlich zu Obama?

"Für uns war der Gipfel ein Riesenerfolg", sagt Hotelsprecherin Dalia Banerjee. "Alles ist gut gelaufen", die Mitarbeiter hätten sich zu 150 Prozent eingesetzt. "Ich glaube, Barack Obama hat's gefallen." Der US-Präsident sei von der schönen Landschaft angetan gewesen. Schon an diesem Donnerstag kommen wieder "normale" Gäste ins Hotel.

Alltag heißt es auch wieder für die Schüler im Landkreis. Der G7-Gipfel hatte ihnen zwei Tage mehr Pfingstferien beschert, weil die Gebäude für die Rettungsdienste gebraucht wurden. Am Mittwoch drücken sie wieder die Schulbank.

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