Hundecasting im Gärtnerplatztheater: Intendant Josef E. Köpplinger sucht für ein Musical einen Schoßhund im „putzigen Sportjäckchen“ und verpflichtet gleich vier davon

Emma ist einfach zu dick. Zwölf Kilo bringt die Französische Bulldogge auf die Waage. Zu viel, um von einer Musical-Sängerin im Körbchen über die Bühne geschleppt zu werden. Da hilft es auch nicht, dass Emma sich mit vollem Körpereinsatz an den Intendanten schmiegt und ihre Besitzerin erklärt, der Hund leide an einer Autoimmunkrankheit. Die Gesundheit seiner menschlichen Hauptdarstellerin ist dem Chef des Gärtnerplatztheaters wichtiger. Für Emma gibt’s zum Trost ein Kaustäbchen.

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Mittwochabend im Giesinger Ausweichquartier des Gärtnerplatztheaters. Gesucht wird ein Nebendarsteller mit vier Pfoten für das Stück „Anything Goes“, das ab 28.Februar im Deutschen Theater gezeigt wird. Intendant Josef E.<TH>Köpplinger inszeniert selbst – und wünscht sich einen „nicht menschen- oder bühnenscheuen Schoßhund“, der während der Aufführung in ein „putziges Sportjäckchen“ gesteckt und ein paar Minuten herumgetragen wird.

Zum Casting sind etwa 30<TH>Hundebesitzer mit ihren Tieren erschienen. Yorkshire-Terrier, Möpse, Chihuahuas, Mischlinge, Pinscher und Französische Bulldoggen wuseln durch die Halle. Man muss bei jedem Schritt aufpassen, nicht über einen kommenden Musical-Star zu stolpern. Die vielen Hunde sind erstaunlich friedlich, ein Besitzer wischt verstohlen mit dem Taschentuch über den Boden.

Pinscher Midas schafft es in die nächste Runde. Seine ruhige Art hat Köpplinger überzeugt. Dackel Fanny hingegen scheint dem Intendanten zu ängstlich. „Sie zeigt das, indem sie den Schwanz zwischen die Beine klemmt“, erklärt der Theater-Mann. Anschließend erzählt er von seiner tauben Katze, und dass er als Kind selbst viele Tiere hatte, darunter eine Elster und ein Schwein. „Fand’ ich super, unsere Animalfarm.“

Super findet Köpplinger auch, wie entspannt Malteser Lucy in seinen Armen liegt, die Schmatzgeräusche, die Hündin Coco von sich gibt, und dass Wollknäuel Lotte ihm das Gesicht abschleckt. „Die ist eine richtige Rampensau“, lobt er.

Am Ende können sich weder der Intendant noch seine Hauptdarsteller für zwei Hunde entscheiden. Sie küren spontan vier tierische Statisten, die sich abwechseln sollen: Yorkshire-Terrier Brutus, Peppi, die Französische Bulldogge Coco und Chizu Chuseok. Für das Quartett gibt’s jetzt auch Kaustäbchen – und künftig 50 Euro pro Auftritt plus Gratis-Futter.

 

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