Münchens umstrittenster Weihnachtsbaum Nach Shitstorm: Die Pelz-Tanne wird abgebaut!

Der raumhohe Christbaum wird geschmückt von Pelz-Puscheln: Die eingefärbten Fendi-Anhänger bestehen aus Kaninchen, Hase, Fuchs und Nerz, sie werden sonst an Taschen getragen. Foto: Irmi Gessner

Nach dem AZ-Bericht über den Pannennbaum im Mandarin Oriental - und einem Sturm der Entrüstung - kommen die Fell-Anhänger jetzt weg.

Toter Fuchs, Kaninchen, Hase und Nerz zieren den raumhohen Christbaum im Mandarin Oriental. Das Nobelhotel in der Neuturmstraße kämpft nach dem exklusiven AZ-Bericht über den "Pannenbaum" mit einem Shitstorm im Netz.

Aus ganz Deutschland kommentieren Menschen auf der Facebookseite des Hotels den Christbaum mit den Echtpelzanhängern des italienischen Labels Fendi.

Die Fellbommel kosten zwischen 490 und 1,200 Euro. Geschätzt 150,000 Euro ist der Baum wert.

Eine Sprecherin des Hotels erklärt der AZ: "Würde ich den Baum hinterfragen, dürfte ich auch keinen Gast mit Pelzmantel oder Lederschuhen in unserer Hotel lassen."

Tierschützer sind nach dem AZ-Bericht entsetzt über den Christbaum, der mit toten Tieren behängt ist: "Jedes kleinste bisschen Pelz ist mit Tierquälerei verbunden und durch nichts zu rechtfertigen. Am Fest der Liebe sollte man sich kein Tierleid an den Baum hängen. In den Pelzfarmen werden die Tiere wegen Luxusartikeln jeder Würde beraubt", sagt Melanie Reiner von Animals United. Auch in New York, Rom und Hongkong stehen übrigens Pelz-Weihnachtsbäume von Fendi. Die Tierrechtsorganisation Peta fordert in den sozialen Medien dazu auf, das Mandarin Oriental und Fendi anzuschreiben.

"Charakter und Stil kann man eben nicht kaufen", schreiben empörte Facebook-Nutzer

Aufgebrachte Tierschützer schreiben auf die Facebook-Seite des Hotels: "Geschmacklos und keine gute Werbung für München", urteilt ein Facebook-Nutzer. „Charakter und Stil kann man eben nicht kaufen", schreibt eine Nutzerin. Einige kündigen an, das Hotel künftig zu meiden. Und das sind noch die freundlichsten Kommentare.

Alle Hasskommentare werden ständig von Hotel-Mitarbeitern gelöscht. "Selbstverständlich möchten wir keine unliebsamen Beiträge auf unserer Seite", sagt eine Hotelsprecherin. Nur auf den ersten Hasskommentar hatte das Hotel geantwortet und erklärt, das italienische Label Fendi sei für die Dekoration des Baumes zuständig gewesen: "Hierbei wurden wir in der Auswahl der Dekoration nicht miteinbezogen und möchten uns daher auch davon distanzieren und auf die Firma Fendi verweisen."

Auch gegenüber der AZ verweist Mandarin Oriental auf Fendi, mit denen das Hotel eine Kooperation eingegangen sei. Deshalb sei das Hotel nur Austragungsort gewesen. Anruf bei Fendi: "Kein Kommentar."

Die Hotel-Sprecherin allerdings erklärt, dass der Baum sowieso im Laufe des Wochenendes abgebaut werde. Es sei von Anfang an nicht geplant gewesen, dass der Pelz-Tannenbaum länger stehenbleibe. Man habe schon bald, also zum Advents-Sonntag, einen neuen Christbaum.

Auf die Frage, wie denn der Weihnachtsbaum geschmückt werde, sagt die Hotel-Sprecherin: "Äh, ehm, ja, also, traditionell. Ja, äh, äh, wir wollen zurück zu den, ehm, Wurzeln und unseren äh Weihnachtsbaum traditionell schmücken."

Gute Idee.

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