München Streit um Vaterschaft: Eine Windel als Beweis

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Strafverteidiger Florian Ufer, US-Schauspieler Damian Chapa und Anwältin Nicola Mayerl. Foto: Torsten Huber

Ein US-Schauspieler hat einen Sohn mit einer Münchnerin – und belegt seine Vaterschaft mit einem eigenwilligen Trick. Sehen darf er seinen Nachwuchs aber nicht. Dagegen geht er nun vor

MÜNCHEN Sieben Wochen lang saß der US-Schauspieler und Regisseur Damian Chapa (48, „Alarmstufe Rot“, „Street Fighter“) in U-Haft – unschuldig. Am Freitag durfte er um 12.23 Uhr die JVA-Stadelheim verlassen. „Ich bin froh, dass ich wieder in Freiheit bin“, sagte der Schauspieler und umarmte seine beiden Anwälte Nicola Mayerl und Florian Ufer. Die Inhaftierung war ein vorläufiger Höhepunkt im Kampf um die Vaterschaftsanerkennung. Chapas hat mit einer Münchnerin (37) einen unehelichen Sohn (heute 4).

„Um festzustellen, dass er mein Sohn ist, habe ich von Kalifornien aus einen Privatdetektiv eingeschaltet“, sagt Chapa. Der Ermittler hat ganze Arbeit geleistet: Aus den Mülltonnen fischte er Babywindeln für einen Vaterschaftstest. Anwältin Mayerl: „Am 20. April 2007 habe ich dann die Vaterschaftsklage in München eingereicht.“

Einen Monate später kam die Retourkutsche. Die Ex, die 2006 offenbar Ehestress hatte und zu Chapa fand, stellte Strafanzeige wegen Vergewaltigung: Der Regisseur habe sie angeblich in einem Münchner Luxushotel zum Sex gezwungen. Verteidiger Ufer: „Nach diesem angeblichen Vorfall hatte das Paar noch mehrere Monate gemeinsam in den USA verbracht, bevor das angebliche Opfer nach München zum Ehemann zurückkehrte.“

Anfang September wurde Chapa in Madrid festgenommen und nach München überführt. Er sagt nun: „Die Haft hat meinen Horizont erweitert. Ich habe interessante Charakteren kennen gelernt und ein wenig Deutsch.“ Kostprobe: „Ich gehe einkaufen.“

Schlimmer als der Knast sei die Tatsache, dass er den Sohn nicht sehen dürfe. Der Fall liegt bereits beim Bundesgerichtshof. Anwältin Mayerl: „Im Gesetz steht: Lebt das Kind in einer intakten Familie, hat der biologische Vater keine Rechte.“ Parallel läuft eine Klage auf ein Umgangsrecht. Dann kann Chapas vielleicht seinen Sohn einmal treffen.

 

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