Der Stadtrat bestellt Machbarkeitsstudien. Pläne für den Isarring werden bis Juli fertig

München - Die Zeiten ändern sich. Und Einstellungen auch. „Nicht mal geschenkt“ wolle er die Tunnel haben, hat der damals frisch gekürte Bürgermeister Christian Ude (SPD) getönt. Das war vor 21 Jahren. Inzwischen hat er als Oberbürgermeister schon drei Röhren graben lassen (Petueltunnel, Richard-Strauss-Tunnel und aktuell die am Luise-Kiesselbach-Platz). Weitere drei Tunnel-Neubauten lässt er jetzt in Machbarkeitsstudien prüfen, wie er mit dem Stadtrat am Mittwoch einstimmig beschlossen hat.

Nur Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) stellt sich quer: Angesichts knapper Kassen sieht er keine Möglichkeit, die Machbarkeitsstudien oder neue Tunnel zu finanzieren.
Bis Ende 2012 sollen die Machbarkeitsstudien fertig sein, wie die Verkehrsplaner des Planungsreferats dem Stadtrat gesagt haben. Rund 250<TH>000 Euro will die Stadt dafür ausgeben. Dabei geht es um die derzeit drei größten Brennpunkte am Mittleren Ring.

Die Tegernseer Landstraße zwischen der Candid-Auffahrt und der Chiemgaustraße

Die Landshuter Allee zwischen Richelstraße und Hengelerstraße (Borstei). Die beiden gehören „zu den am höchsten durch Lärm und Abgase belasteten Bereiche in München“, wie Stadtbaurätin Elisabeth Merk erläutert. Die Landshuter Allee zählt obendrein zu den bundesweit am meisten durch Feinstaub belasteten Straßen. Schließlich zerschneidet sie auch empfindlich den Stadtteil Neuhausen.

Der Isarring im Englischen Garten: Dort lassen die Schwabinger Architekten Hermann Grub und Petra Lejeune mit Unterstützung der Allianz- Umweltstiftung privat eine Machbarkeitsstudie für eine Röhre erstellen. Die wird im Juli vorgestellt und findet im Stadtrat große Sympathien.

Wann und in welcher Reihenfolge gebaut wird, das wird später entschieden. Es müssen nicht zwangsläufig Tunnel sein, die am Ende herauskommen. Es könnte auch andere Lärmschutzmöglichkeiten geben.

CSU-Stadtrat Walter Zöller konnte sich nicht damit durchsetzen, auf den McGraw-Graben einen Deckel zu legen. Johann Altmann (Freie Wähler) scheiterte mit dem Vorstoß, auch die Chiemgaustraße und den Innsbrucker Ring zu untersuchen: „Ich möchte ein Gesamtkonzept und kein Flickwerk.“