München dekadent Contenance Club: Zutritt nur für superreiche Männer

, aktualisiert am 02.08.2017 - 11:25 Uhr
Das letzte Abendmahl? Das dekadenteste Abendmahl wird es mit Sicherheit. Zum Kobe-Rind werden Champagner und Frauen gereicht. Foto: Privat

Dekadent, diskret – und ganz geheim in einem Kellergewölbe mitten in der Stadt: Der neue Contenance Club ist nur für die Super-Reichen. Ehefrauen und Freundinnen müssen leider draußen bleiben. Dafür trifft der ausgewählte Gast auf gecastete Models, die erst reden, wenn die Herren das wollen. Wer Mitglied werden kann und wie viel das kostet? Die AZ hat das Luxusversteck besucht.

München - Es geht los wie bei einer Lösegeldübergabe, die man aus Hollywood-Filmen kennt. Auf viele Telefonate, die stets abrupt enden, sind endlich Zeit und Ort vereinbart. Eine Straße in München, die sofort wieder vergessen werden muss, dient als Treffpunkt. Aus dem Nichts taucht lange nach der vereinbarten Uhrzeit endlich ein Mann auf, groß, komplett in Schwarz und wortkarg, der einem die Augen verbindet.

Es geht über Kies, Teer, Straßen, Wege, Treppen sehr lange hin und her. Dann wird einem die Augenbinde abgenommen und das erste, was der mittlerweile leicht verängstigte Besucher sieht, ist eine unspektakuläre Tür, die auch vor einem Bürogebäude stehen könnte. Hinter dieser Tür führen weitere Stufen hinunter und wieder taucht eine Tür auf. Aber diese hier ist schwer, zwischen zwei Säulen. Über dem Rahmen hängt eine große Krone. Aha. Ziel erreicht.

Ein anderer sonnenbebrillter Mann öffnet diese Tür und plötzlich steht man dort, wo eigentlich nie jemand sein darf. Es sei denn, er ist unfassbar vermögend oder berühmt oder am besten beides. Willkommen in Münchens neuem Club für Super-Reiche. Was sofort ins Auge fällt: Gold, Gemälde, Dekadenz.

Kini-Büste aus Swarovski-Steinen

Seit Monaten wurde hier in diesem geheimen Kellergewölbe mitten in der Stadt gewerkelt, nun ist alles fertig. Contenance Club München heißt das Luxus-Versteck, das sich in einem 350 Jahre alten Bierkeller mit offener Ziegelbauweise befindet. 300 Quadratmeter groß, die Decken sind knapp sechs Meter hoch. Vier Räume gibt es, die sich allesamt an Opulenz und Prunk übetreffen: die Königs-Lounge, die Kaiser-Lounge, eine Leonardo-Da-Vinci- und eine Zigarrenlounge.

Ein Hingucker ist der Wasserfall mit einer Kini-Büste (aus Swarovski-Steinen) auf einer Wassersäule. Prickelnd sind nicht nur die vielen Champagnerflaschen, die überall stehen, sondern auch der Boden. Unter einem Glas schlängelt sich eine Art Fluss, der ständig die Farben ändert, auf dem man gehen, Pardon: feiern kann. Denn darum geht es ja hier vor allem.

Oder? Die Idee stammt von einer Handvoll einflussreicher Münchner Männer, die bis auf Bauträger und Initiator Walter Dietrich nicht, niemals und nie genannt werden wollen. "Das hier ist ein feiner privater Club, wir üben uns in Zurückhaltung“, sagt einer. "Es geht nicht nur darum, reich zu sein. Wer rein will, muss in unsere Ideologie passen.“

"Ein geheimer Bund, der sich entwickeln muss"

Im Klartext schaut das so aus: Gentlemen first. In den nächsten Tagen werden die ersten Mails verschickt. Wer eine elektronische Post vom Contenance Club erhält, bekommt neben der XXL-Streicheleinheit fürs Ego drei Einladungen. Für jeweils 500 Euro darf er in die Geheim-Location fahren (natürlich nicht selbst oder via Taxi, er wird mit einem Shuttle abgeholt – verbundene Augen inklusive).

Ehefrauen oder Freundinnen dürfen nicht mit, auch keine Kinder, Eltern oder sonstigen Verwandten. "Wir wollen keine Eifersuchtsdramen oder andere Familienkatastrophen“, sagt einer der Clubbetreiber. "Wir sind ein geheimer Bund, der sich entwickeln muss.“ Ein Freund darf ausschließlich mitgebracht werden.

An der Tür wird das Handy abgegeben, Kameras sind ebenfalls strikt verboten. Was hier unten passiert, bleibt hier unten. Aber was passiert denn? Zu Champagner, Grand-Cru-Weinen und Wodka aus vergoldeten Sechs-Liter-Flaschen werden feine Speisen gereicht – und etwa 50 Frauen.

Kein Witz. Das sagt einer, der es wissen muss: "Wir haben Top-Mädels gecastet, nichts Gewerbliches. Sondern wunderschöne Frauen, die sich gerne vergnügen. Die sind hier als Deko, sprechen die männlichen Gäste aber niemals an. Sie reden nur, wenn sie von den Herren gefragt werden.“ Ein Edel-Bordell? Die Betreiber widersprechen vehement. "Eine Kontaktbörse, vielleicht. Sex gibt’s bei uns nur im Kopf.“ Ein Macho-Club? Die Betreiber widersprechen nicht.

10 000 bis 50 000 Euro kostet die Mitgliedschaft im Jahr. Exklusive Firmen dürfen den Club mieten. Die ersten Stars und Topunternehmer zeigen schon Interesse. Aber: pssst!

Wer den Contenance Club mit verbundenen Augen verlässt und im Shuttle später die Augen aufmacht, fragt sich zunächst: War das real – oder doch ein Traum? München eben.

 

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