Am Sonntag findet in Garmisch-Partenkirchen der Bürgerentscheid über die Olympischen Winterspiele 2018 in München statt. Die Stimmung vor Ort ist angespannt.
Garmisch-Partenkirchen - Die Morddrohungen hat Axel Doering nicht vergessen. Natürlich nicht. Doch den Frontmann des Netzwerkes „NOlympia“ scheinen sie nicht sonderlich beeindruckt zu haben. Doering sitzt zuhause in Garmisch-Partenkirchen hinterm Schreibtisch und erzählt ruhig und emotionslos über das Schreiben, das vor einigen Wochen an ihn adressiert war. „Das habe ich nicht ernst genommen, weil der Inhalt völlig wirr war“, sagt der Vorsitzende vom Bund Naturschutz des Kreisverbandes Garmisch-Partenkirchen.
Morddrohungen, Ketchupbeschmierungen an Türklinken und zerkratzte Autos – durch die pittoreske Marktgemeinde im Werdenfelser Land zieht sich ein tiefer Graben. Es ist eine Art Glaubensbekenntnis - man ist entweder für Olympia oder gegen. Dazwischen gibt es nichts.
Aus diesem Grund sehnt Doering, der im Hauptberuf Förster ist, den Sonntag herbei. Denn der Bürgerentscheid ist so etwas wie der „D-Day“ der Olympiagegner in der Marktgemeinde unterhalb der Zugspitze. Der 26.000-Einwohner-Ort kann ein nationales Anliegen gefährden: die Olympischen Winterspiele 2018.
„Wenn wir 51 Prozent der Stimmen holen sollten, dann wäre das für uns ein Sieg“, sagt Doering und fügt nach einer kurzen Kunstpause hinzu: „Und für die Befürworter wäre ein solches Votum zu ihren Gunsten eine Katastrophe.“