Auf und ab bei Müller-Brot: Der designierte Käufer, Klaus-Dieter Ostendorf, hat sich zurückgezogen. Die Gespräche über den Rückkauf sind geplatzt.

NEUFAHRN - Eine spektakuläre Wende – doch sie lag schon den ganzen Tag in der Luft. In der Früh hatte Ostendorf den Kaufvertrag noch immer nicht unterschrieben – und das obwohl der Gläubigerausschuss ihn vergangenen Donnerstag zum Investor bestimmt hatte. 400 von 1080 Mitarbeitern wollte der Niedersachse übernehmen – dazu 151 Filialen.

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Laut Insidern brauchte Ostendorf dafür aber schnell viel Geld – vor allem, um die fälligen Mieten der Filialen zu begleichen. „Die müssen jetzt beglichen werden“, sagte ein Beteiligter der AZ. „Sonst platzen die Verträge!“ Dabei ging es um hunderttausende Euro, und die konnte Ostendorf scheinbar nicht aus der Portokasse zahlen.

Die Folge: Ostendorf verhandelte weiter – mit Banken, dem Insolvenzverwalter, und dem Gläubigerausschuss, der am Ende alles entscheidet. Die Gläubiger aber wollten nicht ewig warten. Um 13 Uhr traf sich der Ausschuss erneut, um die Lage zu beratschlagen. Gegen 15.30 Uhr saßen sie noch beisammen – dann kam die Meldung: Ostendorf ist raus.

Sein Sprecher gab der Verhandlungsführung von Insolvenzverwalter Hubert Ampferl und dem öffentlichen Druck die Schuld dafür. Ostendorf selbst sagte: „Wir haben ein gutes Angebot vorgelegt, das Müller-Brot eine klare Zukunftsperspektive gibt sowie bis zu 400 Arbeitsplätze sichert.“ Leider sei dies auf dem letzten Meter gescheitert.

Insider nennen ganz andere Gründe für sein Scheitern: Ostendorf konnte scheinbar nicht nachweisen, dass er die nötigen Mittel hat, um Müller-Brot weiter zu führen – der Gläubigerausschuss zog daraufhin die Reißleine.

Jetzt ist das Angebot von Evi Müller und Franz Höflinger die letzte Chance – ihr Angebot ist von der Größenordnung her recht ähnlich. Sie sagt: „Ich stehe weiterhin zur Verfügung.“