Müller-Brot Das Gesicht und der Bäckermeister

Julia Lenders, 04.04.2012 17:45 Uhr

Wie sich Gründer-Tochter Evi Müller und der Münchner Unternehmer Franz Höflinger die Zukunft von Müller-Brot vorstellen – eine Rettung in zwei Schritten

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München - Einigung in Sicht. Nach all dem Hin und Her in den vergangenen Tagen ist die Lösung für Müller-Brot zum Greifen nah. Heute soll über den Verkauf von rund 150 Filialen an Gründer-Tochter Evi Müller und ihren Geschäftspartner Franz Höflinger entschieden werden.

„Ich hoffe sehr, dass die Verhandlungen zu einem Ende kommen“, sagte Bäcker Franz Höflinger zur AZ. Er will den insolventen Betrieb mit der Gründer-Tochter Evi Müller übernehmen. Die beiden sind jetzt die einzigen Bieter.

Die Rettung soll in zwei Schritten erfolgen: Erst die Filialen, dann die Produktion in Neufahrn. „Es geht jetzt in erster Linie um die 156 Filialen, die wir übernehmen und schon über Ostern mit guter Ware von Handwerksbäckern aus München und Umgebung beliefern wollen“, so Höflinger.

Wie Insolvenzverwalter Ampferl am Mittwochabend dem „BR“ bestätigte, soll diesen Donnerstag über den Kauf der Filialen entschieden werden. Man müsse die Vertriebswege sichern, es gehe darum, bis zu 160 Filialen beliefern zu können, so Ampferl. Das würde die Arbeitsplätze von rund 350 Mitarbeitern aus Vertrieb und Verkauf sichern. Höflinger und Müller müssen mit dem Insolvenzverwalter auch noch über die Brotfabrik in Neufahrn sprechen.

Und nicht nur mit ihm: „Wir würden sie gerne übernehmen, aber sie gehört der Bank beziehungsweise Ostendorf.“ Zur Erklärung: Das Herz der Anlage, die moderne Produktionslinie 25 (Neupreis: 32 Millionen Euro), gehört dem Alteigentümer Klaus Ostendorf. Genau wie die EDV-Anlage. Über sie werden die Backstraßen sowie Planung und Vertrieb gesteuert. EDV und die Backstraße 25 sind bei den Verhandlungen quasi das Faustpfand von Alteigentümer Ostendorf.

Über die Zukunft der Backfabrik soll erst nach Ostern entschieden werden. Nach den Plänen der jetzigen Bieter sollen rund 600 der zuletzt 1100 Arbeitsplätze erhalten bleiben. Und so könnte es nach einer Einigung weitergehen: Franz Höflinger will für Produktion, Einkauf und Vertrieb bei Müller-Brot zuständig sein. Evi Müller wäre das Gesicht der Firma, würde sich um Filialen und Mitarbeiter kümmern.

Am Mittwochabend legte Ostendorf überraschend ein neues Angebot vor. Der Insolvenzverwalter teilte kühl mit: „Angebote von Herrn Ostendorf werden definitiv nicht mehr berücksichtigt“.

 

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Kommentare (4)
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APR
09
Papagulu, 15:53 Uhr

Müllerin und Höflinger verschweigen Herkunft der Ware

Warum sagen die Müllerin und der Höfliger nicht wo die Ware herkommt. Ich wette das sind Billig-Back-Waren aus dem Ausland!

APR
05
Alf, 12:39 Uhr

Franchise

Die Müller-Filiaklen sind Franchise.Unternehmen die nur siolange bedient werden müßen wie der Vertrag läuft, Und dann werden nur noch die Umsatzstärksten existieren - Interessabt ist di Meldung dass Höflinger nur eine kleine Menge selber herstellt und den Rest von anderen Bäckereien übernimmt - Es ist also nicht Höflingen drin wo Höflinger draufteht ;-(

APR
05
Konservativus, 10:28 Uhr

Müller-Brot und die unendliche Geschichte

Es bleibt aber die Frage zu stellen, wie Höflinger und Frau Müller den Image-Schaden beheben wollen. Der Name 'Müler-Brot' ist verbrannt und es stellt sich mir auch die Frage wie die Finanzierung des ganzen Debakel von statten gehen soll. Ist denn Höflinger und auch Frau Müller so 'potent', das ganze stemmen zu können, bzw. wie hoch iest da die Eigenkapitalrate, die neuen, dringend erfordlichen Bankkredite und gibt es auch Subventionen? Wie soll das Vertrauen des Verbrauchers wieder gewonnen werden, wer ist denn noch bereit ein Produkt von Müller zu kaufen, auch wenn dann Höflinger und Frau Müller dahinter stehen?

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