Kriminalität Mord in Sendling: Das Protokoll der Tatnacht
Ralph Hub, 09.01.2013 17:00 UhrDie Auswertung von Videokameras ergibt: Der Mörder muss in der Nähe ihrer Wohnung auf Katrin Michalk gelauert haben.
München - Minutiös hat die Polizei die letzten Stunden im Leben von Katrin Michalk († 31) rekonstruiert – wie sie am Freitag im Fitness-Studio trainierte und schließlich gegen 21 Uhr auf dem Heimweg ihrem Mörder begegnete. Hier das Protokoll der Mordnacht:
18.30 Uhr: Per Chip meldet sich Katrin Michalk zum Training im „Fitness First“ in der Einsteinstraße an.
20.15 Uhr: Die 31-Jährige verlässt das Studio. Der genaue Zeitpunkt lässt sich nicht feststellen. Katrin Michalk benützt nicht den Chip. Sie geht von der Einsteinstraße zum S-Bahnhof Leuchtenbergring. Katrin Michalk steigt in eine S-Bahn in Richtung Innenstadt. Eine automatische Überwachungskamera im Zug schießt die Bilder, die die Polizei gestern veröffentlichte.
20.39 Uhr: Katrin Michalk kommt am Marienplatz an. Wieder erfassen sie Überwachungskameras. Auf den Aufnahmen sind zahlreiche Menschen zu sehen. Doch keiner benimmt sich verdächtig oder zeigt auffallendes Interesse an der 31-Jährigen.
20.42 Uhr: Katrin Michalk steigt in eine U3. Im Zug gibt es keine Videoüberwachung.
20.53 Uhr: An der Haltestelle Aidenbachstraße steigt die Frau aus der U-Bahn. Am Bahnhof wird sie wieder von einer Überwachungskamera gefilmt. Es sind die letzten Aufnahmen von ihr. Bis zur Wohnung in der Halskestraße sind es 700 Meter. Hier irgendwo muss der Mörder gelauert haben.
21.05 Uhr: Der Notruf geht ein. Katrin Michalk ist tot. Die Polizei hat ihren Freund und auch alle Ex-Freunde der 31-Jährigen überprüft. Keiner kommt als Täter hin Betracht. Denkbar wäre auch ein verschmähter Verehrer. Die Polizei überprüft das Handy des Mordopfers sowie den Computer der 31-Jährigen. Möglicherweise findet sich dort ein Hinweis auf einen Verdächtigen. Denkbar wäre aber auch, dass Katrin Michalk das Zufallsopfer eines unbekannten Frauenhassers wurde.
Die Polizei bittet um Hilfe. Alle Personen, die Katrin Michalk zwischen 19.30 und 21 Uhr am Tatabend gesehen haben, sollen sich melden: Telefon 089 / 29100.

Obersendling
@glammy - Angst ist kein guter Bgleiter. Ich stelle mein Auto auch gern an der Aidenbachsr. ab, wenn ich mit der U-Bahn weiter fahre und habe keine Angst. Ich hoffe, das der Täter bald gefunden wird und aus dem Umfeld kommt, dann ist Angst vergessen. Mein Mitgefühl gilt in erster Linie Katrin M. Es ist furchtbar
Wenn es um Angst geht könnte man die immer haben
Wenn ich immer solche Kommentare lese.... ich hätte auch das Opfer sein können usw. bekomm ich echt nen Hals! Im Prinzip kann es einen immer selbst erwischen! Sei es einem irren Amokschützen über den Weg zu laufen,einfach einem schlecht gelaunten Menschen nicht zu gefallen oder oder oder,! Es hat ein anderes Opfer gegeben und ich finde das sehr schlimm! Ich hoffe das der Täter sehr schnell gefunden wird! Ich finde es auch traurig das mal wieder niemand was gesehen haben will, so spät war es doch noch nicht! Mein Mitleid gilt in jedem Fall den Angehörigen der Toten
Wieso deswegen Angst?
Schon seltsam, warum die Menschen ausgerechnet wegen sowas Angst bekommen. Die Wahrscheinlichkeit morgen von einem LKW totgefahren zu werden, ist millionenfach wahrscheinlicher - aber komischerweise höre ich niemals 'ich habe Angst von einem LKW totgefahren zu werden und trau mich deswegen nicht mehr auf die Straße'. Warum ist das so? Angst ist eben oft unlogisch und irrational. - Und wenn eine Tat in der eigenen Straße passiert, erhöht das auch keineswegs die Wahrscheinlichkeit, dass dort wieder etwas passiert (wenn überhaupt). Ganz im Gegenteil ist es eher wahrscheinlich, dass ein Täter eben nicht mehr in der Nähe zuschlägt, da er weiß, dass dieses Viertel genau wegen der Tat unter erhöhter Beobachtung steht. Da weit über 90 Prozent der Taten auch Beziehungstaten sind und der Täter das Opfer immer gekannt hat, wird es wohl hier auch so sein. Dass jemand einfach nur ziellos durch die Gegend läuft und zum Spaß jemand umbringt, gibt es in erster Linie in Gruselgeschichten und Kriminalromanen, aber in der Realität so gut wie gar nicht.