Personalwechsel beim TSV 1860: Sascha Mölders trainiert zum ersten Mal mit der Mannschaft, Marius Wolf verabschiedet sich nach Hannover. Die AZ erklärt, wer noch kommen und gehen könnte.

München - „Auswärts Oida“ steht auf dem Plakat, mit dem der TSV 1860 mit seinem Auswärts-Trikot wirbt. Der Spieler, der das dunkelblaue Leibchen trägt, wird seine Auswärtsfahrten demnächst nach Dortmund, Wolfsburg und zum großen FC Bayern in jenes Stadion verlegen, wo er bis zuletzt seine Heimspiele machte: Marius Wolf, 20-jähriges Talent des TSV 1860, wird zu Hannover 96 in die Bundesliga wechseln.

Während der TSV 1860 am Tag des Trainingsauftaktes mit Wolf nicht nur das Gesicht auf einem Plakat, sondern eines seiner hoffnungsvollsten Talente verliert, stand Neu-Löwe Sascha Mölders zum ersten Mal auf dem Platz.

Und sonst?

Wie werden die Löwen 2016 aussehen, die den Traditionsverein vor dem drohenden Abstieg retten sollen?

 

Die AZ macht den Check

 

Der Abgang von Wolf:
„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte Wolf, als er seinen Wechsel bestätigte („Es ist alles klar“). Danach verabschiedete er sich von der Mannschaft und flog nach Hannover. Möhlmann: „Die Initiative ist nicht von uns ausgegangen. Ich habe in dem Bewusstsein meine Zustimmung gegeben, dass wir ein schweres halbes Jahr haben. In dem Marius, der noch nicht am Zenit seines Könnens ist, in die Bundesliga gehen kann. Und bei uns nicht mit der hundertprozentigen Überzeugung auf dem Platz stehen kann.“

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Rund 1,5 Millionen dürfte der Transfer in die Löwen-Kasse spülen, der am Ende Abwägungssache war: Im Sommer hätte Wolfs Ausstiegsklausel gegriffen und im Falle eines Abstiegs wäre er sogar ablösefrei gewesen.

Die Ankunft von Mölders:
Als Mölders um kurz vor 13 Uhr ankam, gab’s eine Umarmung und gute Wünsche fürs neue Jahr. Erstes Training? Überzeugend. Kreuzer: „In der ersten Aktion, ich glaube nach vier Sekunden, gleich eine Bude. So kann es weitergehen. An seinen Bewegungen sieht man seine Qualität – er wird uns auf jeden Fall weiterhelfen.“ Mölders selber sagte: „Ich bin froh, hier zu sein. Die Jungs sind astrein, sie haben mich gut aufgenommen. Wird Zeit, dass es endlich losgeht. Im Training ist es nicht schwer, die Tore zu schießen. Entscheidend wird’s, die Dinger im Abstiegskampf reinzumachen. Da zählen aber nicht meine Treffer, sondern dass wir punkten.“

Möhlmann kokettierte mit einem Systemwechsel: „Wir haben mit Mölders bewusst einen Spieler im Zentrum dazu geholt, obwohl wir mit Rubin Okotie schon einen guten Stürmer haben, in Stefan Mugosa einen talentierten dazu und auch Stephan Hain, der zurückkommt. Also haben wir auch die Möglichkeit, ein 4-4-2-System mit zwei Stürmern zu spielen.“

Wer noch kommen könnte:
Möhlmann hofft noch auf „zwei, drei Spieler“. Trotz der Rückkehr von Kai Bülow und Gui Vallori ins Teamtraining soll ein Innenverteidiger geholt werden, laut Kreuzer wolle man auch „im Mittelfeld“ für neue Impulse sorgen: „Wir sind drauf und dran und zuversichtlich, weitere Transfers vermelden zu können.“ Zuletzt kursierten die Namen des Innenverteidigers Ondrej Petrak vom 1. FC Nürnberg und Stürmer Amine Chermiti (FC Zürich). „Chermiti höre ich zum ersten Mal. Petrak ist ein interessanter Spieler, ich kenne ihn schon länger von der U21-EM“, sagte Kreuzer der AZ.

Nach Wolfs Wechsel könnte sich auch auf den Flügeln noch was tun. „Wir halten die Augen offen“, so Kreuzer. Wer noch gehen soll: Als Kreuzer nach Korbinian Vollmann, Fejsal Mulic, Stephane Mvibudulu und Emanuel Taffertshofer gefragt wurde, die den Verein angeblich verlassen dürfen, windet er sich. „Da hat man von einer Streichliste gesprochen – dem ist nicht so. Und ich habe auch keine Namen genannt“, wehrt er ab, um die vielsagenden Phrasen folgen zu lassen: „Die Spieler haben gültige Verträge, wir können keinen wegschicken. Es wird keine Abstufung in die zweite Mannschaft geben. Aber wir haben auch die Aufgabe, dass wir sie informieren, wenn sie weniger gespielt haben und künftig noch weniger Einsatzchancen haben als vorher.“

Anders gesagt: Sie können gehen.