Fragen an den OB: Zwei Stadträte fürchten, dass wertvolles Inventar des Neuen Rathauses verschleudert wird.

München - Verscherbelt die Stadt wertvolle historische Möbel des Neuen Rathauses? Diese Frage stellen die beiden CSU-Stadträte Richard Quaas und Marian Offman dem OB.

Ein Experte habe ihn darauf aufmerksam gemacht, berichtet Richard Quaas im AZ-Gespräch.

Der Mann habe Hauberrisser-Schränke, aber auch Tische und Stühle, die ehemals im Neuen Rathaus standen, in Katalogen des Kunsthandels entdeckt. Sie sollten bei Auktionen zu Geld gemacht werden.

Marian Offman fürchtet, dass das Mobiliar verscherbelt wurde und wird, „weil man den Wert nicht erkannt hat“. Dabei gehört das in den Katalogen entdeckte Mobiliar zur Erstausstattung des neugotischen Rathauses (erbaut 1867 bis 1908). Entworfen wurden die Möbel vom Rathaus-Architekten Georg von Hauberrisser, gebaut von Münchner Möbelschreinern. Die gibt es so nur in München, erklärt Quaas. Das mache sie so wertvoll.

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Zitat aus der Anfrage: „Diese wertvollen Möbel der Erstausstattung stellen einen unwiederbringbaren kulturhistorischen Schatz dar, den es auf alle Fälle zu bewahren gilt.“ Das gelte nicht nur für die Säle und ein paar Einzelzimmer, sondern auch für Einzelmöbel, die im Rathaus immer noch verstreut zu finden sind.

Quaas und Offman wollen deshalb von OB Dieter Reiter wissen, wie viele Möbelstücke aus dem Erstaustattungsbestand noch in Besitz der Stadt sind. Gibt es eine Inventarliste? „Ist der Stadt der kunsthistorische Wert dieser Möbel bekannt und bewusst?“ Vor allem in der Ära Ude sollen, so Quaas, viele Stücke aus dem Rathaus fortgeschafft worden sein.

Offmans Befürchtung: „Die Möbel wurden ausrangiert, weil man den Wert nicht erkannt hat.“ Mit der Anfrage wolle man „die Sensibilität für die Bedeutung des Mobiliars entwickeln“.