Modellauto-Affäre Haderthauers Mann gerät immer weiter ins Zwielicht

Die damalige CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer und Mann Hubert Haderthauer. (Archivbild) Foto: dpa

Es ist bald ein Jahr her, dass Staatskanzleichefin Haderthauer über die Modellbau-Affäre stürzte. Im Untersuchungsausschuss des Landtags stellt sich heraus, dass es bei der Modellauto-Produktion von Anfang an fragwürdig zuging.

München- Im Untersuchungsausschuss Modellbau gerät der Mann von Ex-Staatskanzleichefin Christine Haderthauer immer weiter ins Zwielicht. Nach Angaben seines früheren Chefs am Bezirksklinikum Ansbach stieg Dr. Hubert Haderthauer Ende der 80er Jahre ohne Wissen der Klinikleitung und gegen die Vorschriften in Privatgeschäfte mit Modellautos ein, die die Patienten herstellten.

"Wir haben nicht gewusst, dass er in geschäftlichen Beziehungen ist", sagte am Donnerstag Professor Dieter Athen, damals ärztlicher Leiter in Ansbach. "Das gilt eigentlich als Tabu, dass man mit Patienten Geschäfte macht." Hätte er das damals gewusst, "wäre wahrscheinlich der ganze Modellbau nicht zustande gekommen."

"Jeder, der zum Beispiel Privateinnahmen hatte, der musste eine Genehmigung vom Bezirk haben." Doch er habe nicht gewusst, dass Dr. Haderthauer privat Modellautos vom dort einsitzenden Dreifachmörder Roland S. kaufte. Es wäre auch nicht in seinem Sinne gewesen - "auf keinen Fall". Anders als der Klinikdirektor wussten allerdings manche andere Ärzte Bescheid - ohne aber ihren Chef zu informieren. "Das macht mich sprachlos", sagte Athen dazu.

Roland S. ist seit 27 Jahren in der forensischen Psychiatrie untergebracht - zuerst in Ansbach, später in Straubing. Er war der Konstrukteur der teuren Luxus-Modellautos, die das Unternehmen "Sapor Modelltechnik" in Ansbach und Straubing fertigen ließ und in alle Welt verkaufte. An der Firma beteiligt waren nacheinander die spätere CSU-Politikerin und ihr Mann, damals Stationsarzt in Ansbach und heute Landgerichtsarzt in Ingolstadt.

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Seit vergangenem Jahr ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen die Haderthauers wegen Verdachts auf Betrug und Steuerhinterziehung. Auslöser war eine Anzeige des früheren Geschäftspartners Roger Ponton. Der französische Geschäftsmann wirft den Eheleuten vor, ihn beim Verkauf seines Anteils um mehrere 10 000 Euro geprellt zu haben. Die CSU-Politikerin musste im Herbst 2014 von ihrem Posten in der Staatskanzlei zurücktreten.

Die Modellbau-Produktion war als Arbeitstherapie deklariert. S. hatte bei seiner Zeugenaussage erklärt, er sei nie therapiert worden. Dem widersprach der Psychiater. Die Modellbau-Therapie habe positive Veränderungen unter den Patienten bewirkt. "Die Stimmung wurde besser, es kam zu weniger Übergriffen."

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