„Schmidsprechen“: Der CSU-Kandidat kämpft im alten VW-Bus und auf einer neuen Internet-Seite darum, OB zu werden.

München - CSU-OB-Kandidat Josef Schmid hat einen neuen Gefährten, der ihn durch den Wahlkampf begleitet: einen Bulli, Baujahr 1968. Mit diesem (übrigens Erdgas betriebenen) VW-Bus will er heuer im Wahlkampf alle Münchner Stadtviertel abklappern. Titel der Tour: „Schmidsprechen“. Gestern hat der 43-Jährige seine Kampagne inklusive neuer Webseite vorgestellt.

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Als Berater hat er sich die in Augsburg und Berlin stationierte Agentur „team m&m“ ausgesucht. Die hatte im Jahr 2008 in der Schwaben-Metropole Augsburg dem CSU-Mann Kurt Gribl an der Seite gestanden, der den vormaligen SPD-Oberbürgermeister ablöste. Und das ist es ja schließlich, was auch der Seppi will.

Apropos Seppi. Die neue Kampagnen-Webseite verabschiedet sich vom Kosenamen und ist unter der erwachseneren Adresse www.josef-schmid.de zu finden. Anders als Schmids bisheriger Internetauftritt.

Bei der Kommunalwahl im kommenden März wird er bereits zum zweiten Mal antreten. Im Jahr 2008 hatte Schmid als OB-Kandidat nur 24,4 Prozent geholt.

Nächstes Mal hofft er auf deutlich mehr. „Die CSU München macht jetzt Ernst“, feuerte ihn Münchens Bezirkschef Ludwig Spaenle gestern quasi an. „Wir wollen die Verantwortung im Münchner Rathaus übernehmen.“

Auf dem Weg bis zur Wahl setzt Schmid auf Retro-Stil – wie allein der Bulli zeigt. Auf der Kampagnenseite im Internet können Online-Leser jeweils ihren Stadtteil anklicken. Dann erfahren sie, wann Schmid samt Bus kommt. Oder ob er schon da war – wie etwa in Trudering, Pasing-Obermenzing oder Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt.

„München ist nicht nur das, was wir von unseren Rats-Sesseln aus beobachten“, sagt der CSU-Rathaus-Fraktionschef. Deswegen wolle er in alle 25 Bezirke fahren: „Mich interessiert, was die Menschen dort bewegt.“ Sein Wahlkampfleiter, der Landtagsabgeordnete Georg Eisenreich, schiebt zur Erklärung sicherheitshalber noch hinterher: „Ich möchte dazusagen, dass unser OB-Kandidat natürlich nicht zum ersten Mal in diesen Stadtvierteln ist.“

Bei den Terminen vor Ort besucht Josef Schmid nachmittags Einrichtungen im jeweiligen Stadtteil – und abends sucht er bei Veranstaltungen in Lokalen die Diskussion mit den Bürgern. Denn darum soll es laut Eisenreich im nächsten Jahr gehen: „Es ist uns wichtig, dass die Bürger mitsprechen.“ Deshalb der Slogan: Schmidsprechen. Dazu passt, dass auf der neuen Internetseite viele Feedback-Möglichkeiten eingebaut sind – und Schmids Facebook-Profil damit verknüpft ist.

Bearbeitete Fotoshop-Bilder seien für ihn übrigens tabu, versichert Schmid: „Ich will mich so zeigen, wie ich bin.“ Auch wenn er gerade verfroren aussieht. Sein Bus hat keine Heizung.

 

 

 

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