Millionenbetrag Kulturleben in München: Hier legt die Stadt was drauf

Subventionen sichern in München das Kulturleben: Fast überall schießt die Stadt viel Geld zu. Foto: AZ

Kulturleben in München? Ohne Subventionen kaum denkbar. Fast überall schießt die Stadt viel Geld zu.

München - Mit der Familie in den Tierpark oder mit Freunden ins Theater: Da muss man in München mitunter ganz schön tief in die Tasche greifen. Tatsächlich wären die Karten aber eigentlich noch viel teurer, als sie es ohnehin schon sind.

Die Stadt subventioniert die Münchner Kultureinrichtungen jedes Jahr mit einem erheblichen Millionenbetrag. Das Stadtmuseum zum Beispiel hat 2016 einen Zuschuss in Höhe von 15,5 Millionen Euro kassiert. Bei der Philharmonie waren es 20,1 Millionen und beim Münchner Volkstheater 8,3 Millionen.

Freizeit-Vergnügen wäre ohne Subventionen viel teurer

Würde die Stadt das Geld nicht drauflegen, müssten die Münchner für ihr Freizeit-Vergnügen noch viel mehr bezahlen. Bei einer Karte fürs Volktheater etwa müsste man statt der durchschnittlich 20 Euro gleich mal gut 70 Euro mehr hinblättern. Der Eintritt ins Stadtmuseum würde für einen Erwachsenen nicht 7 Euro kosten, sondern fast 99 Euro. Und die Philharmoniker? Ja, die wären geradezu unbezahlbar. Da müsste man auf die auch so schon recht hohen Preise im Schnitt noch einmal gut 105 Euro draufrechnen.

Für das Stadtsäckel sind die städtischen Kulturbetriebe also eine nicht unbedeutende Belastung. Richtig bange ist Kämmerer Ernst Wolowicz (SPD) deshalb aber nicht.

Viele Münchner könnten sich das Kulturleben nicht leisten

"Wir wollen, dass möglichst viele Münchner das Angebot auch nutzen können", sagt er. Deshalb leiste man die finanzielle Hilfe letztlich auch gerne. "Würden wir das nicht tun, könnten sich viele Münchner das Kulturleben in der Stadt nicht leisten", sagt er.

Zwischen den Jahren hat Wolowicz nun mal wieder die städtischen Finanzbücher gefilzt. Bis die Abrechnungen für 2017 alle fertig sind, dauert es zwar noch ein bisschen. Aber zumindest für 2016 kann man jetzt genau aufschlüsseln, wo die Stadt wie viel dazuzahlt.
Die AZ hat auf dieser Seite die wichtigsten Zuschüsse aufgelistet (in der Regel je Eintrittskarte). Und wenn man sich die Zahlen so anschaut: Da genießt man den Spaziergang im Zoo oder die Vorstellung im Theater beim nächsten Besuch doch gleich doppelt.

Deutsches Theater: + 3,99 Euro. Das Deutsche Theater deckt seine Kosten größtenteils (93,5 Prozent) selbst. 2016 musste die Stadt nur 1,2 Millionen Euro zuschießen. Hätte sie das nicht getan, hätte das Theater auf die Eintrittskarten jeweils 3,99 Euro draufschlagen müssen.

Lenbachhaus: + 47,36 Euro. Das Lenbachhaus hat 2016 von der Stadt 12,6 Millionen an Zuschüssen kassiert. Ohne dieses Geld hätten die gut 265 000 Besucher bei den Karten ordentlich was drauflegen müssen, nämlich genau 47,36 Euro je Ticket.

Kammerspiele: + 195,98 Euro. Kostspielige Kammerspiele: 2016 legte die Stadt rein rechnerisch 195,98 Euro pro Karte drauf. Zur Ehrenrettung: Mit den 34,1 Millionen an Zuschüssen finanzieren die Kammerspiele auch die Otto-Falckenberg-Schule.

Philharmoniker: + 105,13 Euro. Ohne städtische Subventionen wären Karten für die Philharmoniker kaum bezahlbar: Über 105 Euro legt die Stadt bei jeder Karte drauf. Insgesamt flossen 2016 gut 20 Millionen Euro an finanzieller Unterstützung.

Stadtbibliothek: + 3,52 Euro. 43,6 Millionen schoss die Stadt 2016 ihren Bibliotheken zu. Ohne dieses Geld wäre jede Ausleihe theoretisch 3,52 Euro teurer. In der Praxis arbeiten die Bibliotheken freilich mit Jahresgebühren, die wären ohne Zuschuss wohl höher.

Stadtmuseum: + 91,96 Euro. Knapp 170 000 Besucher wollten 2016 die Ausstellungen im Stadtmuseum sehen. Die Stadt schoss 15,5 Millionen Euro zu, sonst wären wohl nicht so viele gekommen. Dann hätten die Karten nämlich fast 92 Euro mehr gekostet.

Volkshochschule: +  3,68 Euro. Töpfern, Theater spielen oder Italienisch lernen: Ohne Subventionen kaum denkbar. 14,2 Millionen bekam die Münchner Volkshochschule 2016 von der Stadt. Sonst hätte die Doppelstunde für jeden Teilnehmer 3,68 Euro mehr gekostet.

Volkstheater: + 74,84 Euro. Das Volkstheater ist im Vergleich zu anderen Theaterhäusern sehr gut aufgestellt. Nur 8,3 Millionen Euro müsste die Stadt 2016 zuschießen. Hätte sie das nicht getan, hätte jede Karte satte 74,84 Euro mehr gekostet.

NS-Dokuzentrum: + 49,31 Euro. Das NS-Dokumentationszentrum bekam 2016 einen Zuschuss in Höhe von 4,7 Millionen Euro. Ohne dieses Geld hätten die 95 000 Besucher je Karte 49,31 Euro mehr bezahlen müssen.

Musikschule: + 441,36 Euro. Klavier, Trompete oder Geige: 2016 haben sich über 11 000 Kinder in der Musikschule den instrumentalen Feinschliff geholt. Die Stadt schoss 4,9 Millionen zu. Sonst hätte jedes Kind gut 440 Euro mehr an Jahresgebühr bezahlen müssen.

Tierpark: + 0,87 Euro. Der Tierpark Hellabrunn trägt sich fast ganz alleine. Die Stadt musste 2016 nur einen Obolus von zwei Millionen Euro springen lassen. Sonst hätte jeder der gut 2,2 Millionen Besucher beim Eintritt noch einmal 87 Cent drauflegen müssen.

Olympiapark: + 5,03 Euro. Der Olympiapark war mit 3,4 Millionen Besuchern auch 2016 wieder ein Publikumsmagnet. Aus dem Stadtsäckel flossen 17 Millionen Euro an Zuschüssen. Ohne die hätte jeder zahlende Besucher gut fünf Euro mehr berappen müssen.

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