Miet-Hunde aus der Slowakei? KVR will schärfer gegen Bettelmafia vorgehen

Die sogenannte Bettlermafia setzt möglicherweise Hunde ein, um mehr Mitleid zu erregen. (Symbolbild) Foto: dpa

Bettler mit Hunden sollen künftig stärker kontrolliert werden. Denn manche Tiere werden als eine Art Bettel-Begleitung verliehen, um mehr Mitleid zu erregen, so der Verdacht.

München - Das Kreisverwaltungsreferat (KVR) hat Hinweise darauf, dass zum Teil Hunde an Bettler vermietet oder verliehen werden. Zu dem Schluss kam die 2015 vom Veterinätamt gegründete „Task Force Tierschutz“, nachdem sie Hunde von etlichen Bettlern in München auf Drogen kontrolliert hat. Der Anlass: Tierschützer hatten vor einiger Zeit Alarm geschlagen und geäußert, viele der Hunde würden bewusst sediert, um so mehr Mitleid zu erregen und Passanten zum Spenden anzuregen (AZ berichtete).

Hunde stammen offenbar aus Slowakei

Zwar war bei keinem einzigen Tier ein Anzeichen auf Betäubungsmittel entdeckt worden. Die Kontrolle ergab aber, dass die betroffenen Hunde alle einen slowakischen EU-Heimtierausweis haben.

Zudem stimmten meist die Personalien der Bettler nicht mit den im EU-Heimtierausweis eingetragenen Haltern überein. In 67 Prozent der Fälle führten außerdem lediglich zwei Veterinäre aus der Slowakei die Erstimpfung durch. Dies lege den Verdacht nahe, dass einzelne Hunde zum Zwecke des Bettelns vermietet oder überlassen werden, so das KVR.

Ein pauschales Verbot für das Betteln unter der Zuhilfenahme von Tieren, wie zunächst von einigen Stadträten gefordert, soll es aber nicht geben. Das hat der Kreisverwaltungsausschuss am Dienstag entschieden. Um festzustellen, ob manche Hunde tatsächlich regelmäßig ihren Besitzer wechseln, will das KVR künftig neben den Daten der Hunde auch die Personalien der Bettler registrieren.

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