Der Metro-Gründer Otto Beisheim wird leblos in seinem Haus in Rottach-Egern aufgefunden – der kranke Milliardär beging Selbstmord.

München - Er konnte wohl seine Krankheit nicht mehr ertragen: Am Montag vormittag ist der Metro-Gründer Otto Beisheim im Alter von 89 Jahren in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden. Einen Suizid Beisheims bestätigte Thomas Knipp von der Agentur Brunswick und Sprecher des Familienbüros Beisheim der AZ: „Die Situation war so ausweglos, dass er diesen Weg gewählt hat“, Näher wollte er sich nicht zum Tod des Unternehmerpioniers äußern. In einer Mitteilung der Agentur heißt es: „Er litt an einer nicht heilbaren Krankheit und ist aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden“.

Welche Krankheit ihn zu diesem Schritt getrieben hat, darüber kann man im Moment nur spekulieren. Fest steht, dass sie ihm jeglichen Lebensmut geraubt hat.

Beisheim hatte sich in den vergangenen Jahren aus den aktiven Geschäften und der Konzernzentrale der Düsseldorfer Metro-Gruppe zurückgezogen. Einer Mitteilung der Gruppe zufolge blieb er dem Konzern aber bis zu seinem Tod sehr verbunden. „Der Vorstand der Metro-AG und die weltweit mehr als 280000 Mitarbeiter der Metro-Group bedauern den Tod von Otto Beisheim zutiefst und sprechen seiner Familie große Anteilnahme aus“, heißt es aus dem Unternehmen.

Er hinterlässt seine zweite Frau Lise Evers, die er erst 2008 geheiratet hatte. Zuvor war er über 50 Jahre mit seiner ersten Frau Inge verheiratet, die 1999 gestorben war. Beisheim gehörte zu den reichsten Deutschen: Sein Vermögen wurde auf rund 3,1 Milliarden Euro geschätzt. Hinzu kommen Wohnsitze in Lugano, Paris, Kalifornien und in Baar in der Schweiz. Otto Beisheim scheute zu Lebzeiten ähnlich wie andere deutsche Superreiche (zum Beispiel die Albrecht Brüder) die Öffentlichkeit.

Er mied die Medien, trat öffentlich kaum in Erscheinung und nahm gerne unerkannt an den Hauptversammlungen seiner Firmen teil. Vor seinem Suizid hat er jedoch sein Erbe klar geregelt. Es fließt in seine beiden gemeinnützigen Stiftungen: Die eine hat ihren Sitz in München, die andere in Baar in der Schweiz.

Das ist der Metro-Konzern

 

Rund 280000 Mitarbeiter weltweit, davon allein mehr als 100000 in Deutschland, Standorte in 33 Ländern, ein Jahresumsatz von rund 66 Milliarden Euro (in 2010) – das ist der Metro–Konzern. Zu ihm gehören unter anderem folgende Firmen:

Die Supermarktkette Real mit rund 350 Filialen in fünf Ländern.

Der Media Markt mit rund 450 Standorten (gerade ist in München wieder einer hinzugekommen) in zwölf Ländern.

Filialen von Saturn gibt es an 238 Standorten in zehn Ländern.

Die Kaufhauskette Galeria Kaufhof gibt’s mit 137 Filialen in zwei Ländern.

Zu Metro Cash & Carry zählen 550 Filialen in 28 Ländern.