Selbst 8200 Kilometer vom Sprengort entfernt sind die Erschütterungen des unterirdischen Atomtests zu spüren.

Haidmühle/Hannover - Die seismischen Signale des unterirdischen Atomtests von Nordkorea waren sogar im Bayerischen Wald noch zu spüren.

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Die Erschütterungen seien an einer Messstation in Haidmühle (Landkreis Freyung-Grafenau) knapp zwölf Minuten nach der Explosion in Asien registriert worden, teilte die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in Hannover am Dienstag mit. Die Station ist den Angaben zufolge etwa 8200 Kilometer vom Sprengort in Nordkorea entfernt.

Erste Auswertungen zeigten, dass das Epizentrum mit den Atomtests des Landes der Jahre 2006 und 2008 übereinstimmt. Die Messungen haben eine Stärke von 5,2 auf der Richterskala ergeben, in den Vorjahren seien es 4,2 und 4,8 gewesen. Das entspricht der Bundesanstalt zufolge einer Ladungsstärke von etwa 40 000 Tonnen des chemischen Sprengstoffes TNT. 2006 seien es rund 2000 Tonnen und 2009 etwa 13 000 Tonnen gewesen.

Die niederbayerische Messstation wurde vor mehr als 20 Jahren zur Erdbebenbeobachtung eröffnet. Mittlerweile ist sie Teil eines internationalen Systems zur Überwachung von heimlichen Atomtests.