Mein Hasenbergl „Das Hasenbergl ist besser als sein Ruf“

Alfred Moritz, 20.03.2011 15:28 Uhr

Mein Viertel - AZ-Serie Folge 19: Der Versicherungsagent Alfred Moritz über Vorurteile, eine besondere Wiese, alte Probleme und frische Melonen.

Nordschwabing – ja, so heißt es gerne in Immobilienanzeigen und von Leuten, denen ihr Viertel peinlich ist. Ich sehe das anders. Daraus, dass ich aus dem Hasenbergl stamme, mache ich kein Geheimnis, im Gegenteil, ich bin sogar stolz darauf. Der Stadtteil ist viel besser als sein schlechter Ruf, der – objektiv betrachtet – längst nicht mehr gerechtfertigt ist.

Das geht schon bei der Kriminalitätsstatistik los, die in anderen, auch den zentraleren, Stadtteilen weit schlechter aussieht als bei uns. Dafür lässt das Hasenbergl in puncto Freizeitwert viele andere Viertel alt aussehen.

Da ist zum Beispiel die Panzerwiese. Früher ein Manövergebiet der Bundeswehr, haben sich die Hasenbergler das idyllische Terrain inzwischen zurückerobert. 180 Pflanzenarten wachsen hier, es gibt Rebhühner, Sperber, Wildkaninchen. Die untergehende Sonne, der Wald am Rand – im Sommer ein Traum.

Menschen auf den Stadtteil neugierig machen

In den vergangenen zwei Jahren war ich im Gewerbeverein des Hasenbergls engagiert, als dessen Vorsitzender. „Walk of Hasenbergl“, so nennen wir uns. Das Ziel: etwas fürs Viertel tun, etwas bewegen. Aber nicht nur durch schöne Worte, sondern durch konkrete Events, vom Song Contest bis zum Weihnachtsmarkt. Nur so kann man auch Menschen außerhalb des Stadtteils neugierig machen, sie ermuntern, sich einfach mal in die U2 zu setzen und bis zum Hasenbergl durchzufahren.

Schon am modernen U-Bahnhof bekommen Sie ein ganz anderes Bild des Stadtteils, versprochen. Besonders im Sommer ist hier alles grün – die tatsächlich manchmal etwas tristen Fassaden fallen dann kaum auf. Es gibt kleine Wäldchen, Tannen, Birken, Pinien, in der Nähe gleich drei Badeseen und unglaublich viele Sportplätze. Die Grenzen zur Lerchenau, wo ich heute wohne und arbeite, und Feldmoching sind übrigens fließend.

Sehr unterschiedliche Lebenssituationen

Auch hat das Hasenbergl berühmte Söhne und Töchter zu bieten: Ärzte, Manager, Anwälte, Sportler, Schauspieler. Aber auch die normal – und ebenso hart – arbeitende Bevölkerung. Diese Mischung macht ein bisschen auch den Reiz des Viertels aus.

Meine Herkunft aus dem Hasenbergl hilft mir übrigens auch bei meiner Arbeit. Als Generalvertreter der Allianz muss und möchte ich mich in sehr unterschiedliche Lebenssituationen hineinversetzen – vom Arbeiter bis zum Top-Manager. Das Hasenbergl hat mich geerdet.

Integration? Natürlich ein Thema. Und nicht immer ein einfaches. Hier gibt es wie so oft im Leben gute und schlechte Geschichten zu erzählen. Zu den guten gehört sicher der Gemüsehandel „Burak“. Der hat nicht nur die besten Melonen, sondern auch immer Zeit für einen netten Ratsch.

 


 

 

Kommentare (13)
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MRZ
24
Münchner Nordlicht 88, 14:51 Uhr

Hasenbergl

Dem Ich, der hier so viel negatives über Hasenbergl gepostet hat, muss ich ehrlich gesagt mal etwas ins Gesicht sagen: Ich lebe seid nunmehr über 20 Jahren hier am Hasenbergl. Was Sie sich da erlauben der Herr, ist eine bodenlose Unverschämtheit. Eine solch negative Meinung über Hasenbergl kann ich beim besten Willen überhaupt nicht verstehen. Nur weil Sie geschäftlich mal im Stadtteilcafé gesessen sind, sind sie noch lange nicht dazu berechtigt, eine solch untragbare unflätige Meinung über das grünste Viertel, deutlicher ausgedrückt: WOHNGEBIET Münchens rauszulassen. (lStadtteil-Café iegt an der Aschenbrennerstraße, im Wäldchen gelegen, gegenüber von Tengelmann) Es liegt dort KEIN Sperrmüll rum, und es zündelt dort NIEMAND. Nicht mal Verschmutzungen durch Weggeworfenes kann ich Ihnen bestätigen. Von den ein oder anderen sogenannten Stylern in Markenbekleidung geht kaum aktive Gewalt aus, wenn man sie in Ruhe lässt und nicht weiter beachtet! Ich kann mir kaum Vorstellen, dass Ihre Behauptung, beschimpft worden zu sein, der Wahrheit und Tatsache entspricht! Allein schon durch Ihre grobe Meinung zu Hasenbergl, kann ich Ihnen schon jetzt sagen, dass sie nicht im Geringsten eine Ahnung von unserem Viertel im Münchner Norden haben. Über Ihr Geschwafel über Miete im Quadrat brauch ich erst gar nicht reden. Ach ja, bleibt noch zu erwähnen die Sache mit Google Street View: Sie behaupten mit eigenen Worten wiedergegeben: Hasenbergl sei es nicht einmal wert mit Street View auf Google besichtigt zu werden. Über ein solches Vorurteil kann ich nur müde lachen. Einfach nur jämmerlich, wie Sie so naiv sein können und Dinge über Hasenbergl was in Ihrem Hirn ein Fremdwort ist, zu berichten.

MRZ
21
sock, 19:46 Uhr

Vermieten im Hasenbergl

@ Baum: Ganz im Gegenteil, nur in wenigen Vierteln in München lässt sich eine so hohe Mietrendite bei Wohnungen erzielen wie im Hasenbergl! Zum einen sind die Mieter anspruchslos (weil sie genau wissen, dass sie sich sonst nirgendwo eine Wohnung leisten können), zum anderen sind die Immobilienpreise unten, was für eine zügige Amortisierung sorgt. Mietnomaden sind nur ein untergeordnetes Problem, wer hier in München einmal gemietnomadet hat, wird nie mehr die Gelegenheit für ein zweites mal haben...

MRZ
21
Petra, 15:26 Uhr

Hasenbergl

Ich möchte dem Kommentator 'ich' mal was sagen. Wenn er/sie keine Ahnung hat, wie es im Hasenbergl wirklich läuft, sollte er/sie besser den Mund halten. Meine Eltern wohnen bereits seit 40 Jahren im Hasenbergl. Meine Mutter musste jeden Tag um 04:00 Uhr in die Arbeit gehen, ihr ist nie etwas passiert, sie wurde nie belästigt und sie fühlte sich immer sicher. Vor Kurzem gab es eine Statistik in der Süddeutschen Zeitung, in der das Hasenbergl bezogen auf Kriminalität ziemlich weit hinten stand. Weit vor dem Hasenbergl lagen die Viertel Ludwigvorstadt, Altstadt, Neuperlach, Neuhausen, Giesing usw. Ich würde mal hinterfragen, warum das Hasenbergl so einen schlechten Ruf bei manchen hat. Nämlich genau wegen solchen Typen, die keine Ahnung haben, die noch nie im Hasenbergl waren und alles nachplappern, was ihnen andere vorsagen. Ich liebe das Hasenbergl und bin stolz, dort zu wohnen.

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