Solln

 

Mein Fürstenried, Forstenried und Solln Das Wunder an der A95

Johannes Maier, 24.03.2011 16:30 Uhr

Mein Viertel - AZ-Serie Folge 23: Der Architektur-Absolvent Johannes Maier über Fürstenried, Forstenried und Solln, die den Stadtbezirk 19 bilden, wuchtige Betonbunker und verwunschene Orte vereinen

Als ich einem meiner Nachbarn erzählt habe, dass ich für die AZ als Bürgerreporter über unseren Stadtteil im Münchner Süden schreibe, hat der nur gesagt: „Mei, Fürstenried ist ja optisch nicht gerade Nymphenburg, aber es liegt recht günstig an der Autobahn.“

Anzeige

Und das trifft es eigentlich ganz gut. Ein Großteil der Häuser hier hat deutlich mehr als acht Stockwerke, die meisten Gebäude sind in den 60ern hochgezogen worden und gleichen wie ein Ei dem anderen. Städtebaulich sollte das Viertel Vorzeigecharakter bekommen. Und das hat ganz gut geklappt: Bis zum Marienplatz sind es mit der U3 etwa 20 Minuten.

Über die Garmischer Autobahn ist man in der gleichen Zeit am Starnberger See. Parkplatznot ist ein Fremdwort und im Umkreis von 500 Metern steht meist ein Lidl, Aldi oder Rewe. Der Fürstenrieder mag’s eben gern funktional, nah und praktisch. Als Kind war für mich immer das Frühlingsfest in Forstenried an der Drygalski- Ecke Züricher Straße ein Highlight.

Nach der Schule haben wir uns dort fast täglich am Taumler getroffen. Heuer findet das Fest ab dem 1. April noch einmal am alten Platz statt. Künftig soll aber ein anderer Standort gefunden werden, wie es heißt. Ich fände es schade, wenn diese Tradition im Münchner Süden stirbt.

Wenn man in Fürstenried, Forstenried oder Solln aufwächst, so wie ich – ich wohne seit 29 Jahren hier – ist man eigentlich kein Stadtkind. Gerade in Solln gibt es sie nämlich noch, die kleinen Hexenhäuschen, verwunschenen Handwerksbetriebe und zugewachsenen Gassen. Ist in Fürstenried der Beton wie mit der sprichwörtlichen Schweizer Präzision gezogen, so scheint in Solln jenseits der Herterich Straße die Zeit stehen geblieben zu sein.

Ein schönes Beispiel dafür ist die romantische Pferdekoppel am Vogelanger. Als Architektur-Liebhaber habe ich dennoch die klaren Linien in meinem Heimatviertel Fürstenried schätzen gelernt: den wuchtigen „Bunker“, wie das Gymnasium Fürstenried West von seinen Schülern genannt wird, oder die Kirche St. Matthias, die aussieht wie ein backsteinerner Senftopf.

Und wer doch ein wenig Nymphenburg sucht, dem sei ein Spaziergang zum Schloss Fürstenried ans Herz gelegt. Und, oh Wunder: Auch das liegt direkt an der Autobahn.

Anzeige
Kommentare (2)
  • Kommentare anzeigen
Anzeigen
AUG
13
xxx, 06:23 Uhr

Solln

Ich wohne auch in Solln,5 stöckiges Haus, hier wohnen viele Rentner,sie sitzen meist vor TV bis ca.1 Uhr nachts. 2 junge Zicken gibts aber auch...die eine,etwa 40 Jahre,geht um 20.30 ins Bett, die andere, eine alleinerz.Mutter mit 14 jhr.Sohn, der auch noch Schlagzeug übt, jammert über die Lautstärke der TV-Geräte....

MRZ
25
Ralph Brenzel, 11:28 Uhr

Solln, ja und nein.

Eine Bekannte von mir wohnt in Solln. Da issses mit der Hausordnung besonders schlimm, weil man nach 22 Uhr auf dem Balkon nicht mehr reden darf, sonst hat man am nächsten Tag die Hausordnung im Briefkasten. Ebenso mit der Waschmaschiene, ja nicht in der Mittagszeit benutzen, sonst hat man die Hausordung im Briefkasten. Der Bereich um die Geigenberger Str. ist damit gemeint, wenn die Rentner ihre Ruhe haben wollen, dann sollen sie nach Bad Sassendorf oder Bad Krozingen ziehen. Solln hat aber auch was, der Chinese an der Herterich Str. ist immer ein Besuch wert.