Mehrfamilienhaus unbewohnbar Westermühlstraße: Millionenschaden nach Großbrand

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Bis in die Morgenstunden kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Bilder vom Großeinsatz am Freitagabend. Foto: Feuerwehr

Drei Menschen in einem Mietshaus in der Westermühlstraße werden verletzt. Die Brandursache ist angeblich eine Zigarette.

Isarvorstadt – Selbst Tage danach riecht es noch immer penetrant nach Rauch und verkohlten Holzresten in der Westermühlstraße. Der Zutritt zu dem Mietshaus 41 ist gesperrt, die Haustür versiegelt. Die Bewohner sind bei Freunden und Verwandten untergekommen. Offenbar hat eine brennende Zigarette das Feuer ausgelöst. Drei Menschen wurden verletzt. Der Sachschaden wird auf eine Million Euro geschätzt.

„Es ging alles blitzschnell“, erzählt Pfarrer Rainer Maria Schießler, seine Kirche St. Maximilian ist nur einen Katzensprung entfernt. „Wir haben das Pfarrhaus geöffnet, damit die Menschen einen Platz haben, wo sie sich ausruhen und vom Schock erholen können.“

Das Feuer brach am ersten Weihnachtsfeiertag gegen 17.30 Uhr im obersten Stockwerk in einer der Dachgeschosswohnungen aus. Angeblich war eine Zigarette der Auslöser. Die Polizei konnte das am Sonntag noch nicht bestätigen. Es heißt, einer der Bewohner der Dachgeschosswohnung sei mit einer brennenden Zigarette in der Hand eingeschlafen. Die Brandfahnder ermitteln. „Erst haben wir nur Rauch gerochen, dann war plötzlich die Feuerwehr da“, erzählt Pfarrer Schießler. Ein Bewohner der Brandwohnung wartete bereits unten auf der Straße und wies die Einsatzkräfte ein.

 

Rauchschwaden in der gesamten Innenstadt

 

Plötzlich schlugen Flammen meterhoch in den dunklen Himmel. „Der Brand hat sich unter dem Dach immer weiter ausgebreitet“, berichtet ein Feuerwehrmann, „das Kupferdach hat die Hitze nach innen geleitet.“ Als die Flammen dann durchschlugen und ungehindert Sauerstoff bekamen, breiteten sie sich explosionsartig mit rasender Geschwindigkeit aus. Die Rauchentwicklung war so enorm, dass noch im Gärtnerplatztheater Alarm anschlug.

Bis zu 1000 Grad heiß war der Brand in der Westermühlstraße. Die Hitze war so gewaltig, dass die Einsatzkräfte der Feuerwehr von innen zunächst an den Brandherd gar nicht herankamen. Über drei Drehleiterfahrzeuge, zwei auf der Straße eines im Innenhof, bekämpfte die Feuerwehr von außen die Flammen. Mit Spezialwerkzeug und Kettensägen rissen die Männer die Dachhaut auf, um besser an den Brand heranzukommen. Ziegel und Teile der Holzkonstruktion fielen herunter und demolierten unten auf der Westermühlstraße einige geparkte Autos.

Eine Bewohnerin des Mietshauses flüchtete raus auf die Straße. „Sie hatte nicht einmal Zeit gehabt, sich Schuhe anzuziehen“, erzählt eine Nachbarin. Völlig außer Atem und noch unter Schock setzte sich die Mieterin an einen der Tische vor dem Gasthof Maximlian und musste tatenlos zusehen, wie die Flammen in ihrem Zuhause wüteten.

„Die Leute konnten nur ihr Leben retten und die Kleidung, die sie am Leib trugen“, sagt eine Anwohnerin. Rund 30 Leute sind in dem Mietshaus gemeldet. Wie viele während des Brands zu Hause waren, ist unklar. „Etliche dürften über die Feiertage verreist gewesen sein“, sagt Pfarrer Schießler.

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Drei Personen brachte die Feuerwehr in Sicherheit. „Sie waren im Treppenhaus und hatten eine Rauchvergiftung erlitten“, sagt ein Sprecher der Berufsfeuerwehr. Die 66-Jährige, sowie zwei Männer im Alter von 51 und 40 Jahren kamen in eine Klinik. Bis zum nächsten Morgen war die Feuerwehr mit 65 Fahrzeugen und insgesamt 200 Mann im Einsatz. Es dauerte Stunden, bis das komplette Dachgeschoss von innen und außen auf Brandherde abgesucht und die letzten Glutnester abgelöscht waren.

 

Wann die Bewohner zurück können, ist noch unklar

 

Das Mietshaus ist momentan unbewohnbar. Strom und Gas funktionieren nicht. Dazu kommen die Schäden durch das Löschwasser.

Inzwischen hat ein Statiker das Haus untersucht. Demnach besteht keine Einsturzgefahr. Helfer des Technischen Hilfswerks haben im vierten Stock die Decke abgestützt, hier hatten die Flammen vom Dach durchgeschlagen.

Wann die Mieter in ihr Zuhause zurückkehren können, ist unklar. Der Sachschaden wird auf eine Million Euro geschätzt.

 

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