Mehr eigene Talente Uli Hoeneß: Seine Kader-Pläne für die Zukunft

Mehr eigene Talente, weniger teure Stars: Das ist der Plan von Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Foto: Andreas Gebert/dpa

Der Bayern-Kader ist hochkarätig besetzt – Stars mit Weltklasse-Niveau spielen beinahe auf jeder Position. Bayern-Präsident Uli Hoeneß möchte in Zukunft allerdings wieder mehr auf die Talente aus den eigenen Reihen bauen.

München - Im neuen Nachwuchs-Leistungszentrum der Bayern werden ab diesem Sommer die Rohdiamanten geschliffen. Hermann Gerland, neuer Sportlicher Leiter des Zentrums, soll dann die neuen Bastian Schweinsteigers, Philipp Lahms und Thomas Müllers hervorbringen. Ohnehin möchten die Bayern zukünftig mehr auf junge Spieler aus den eigenen Reihen bauen. So sagte Präsident Uli Hoeneß zuletzt der SportBild: "Es kann natürlich nicht der Sinn sein, dass wir Millionen in die Jugendausbildung investieren und den Talenten den Weg mit teuren Stars von außen verbauen."

Mit anderen Worten: Mehr eigene Talente, weniger Spitzenspieler für viel Geld. Doch Hoeneß stellt auch klar, dass der FC Bayern "selbstverständlich weiterhin in Stars investieren wird, wenn wir auf einer Position Bedarf sehen". In erster Linie soll der Fokus aber auf den jungen Spielern im Bayern-Zentrum liegen. Ähnlich sieht das auch der Technische Direktor der Bayern, Michael Reschke, der vor allem auch für die Kaderplanung verantwortlich ist: "Auch Bayern investiert viel für Neuverpflichtungen - aber nicht auf demselben Größenlevel wie Madrid. Diese Super-Transfers passen nicht zu unserer Philosophie."

Seit sieben Jahren schaffte kein Nachwuchs-Kicker mehr den Sprung in die erste Mannschaft

Nachwuchsförderung war beim FC Bayern in den letzten Jahren eher ein Randthema, das neue Leistungszentrum nahe der Allianz Arena soll das ändern. Ein Beispiel: Linksverteidiger David Alaba stieß vor etwa sieben Jahren in die Profimannschaft. Er war bisher das letzte Talent aus den eigenen Reihen, welches bei den Profis Fuß fassen konnte.

Ohnehin, die Bayern stehen vor einem personellen Umbruch. Einer Phase, "die man halt hinbekommen muss", wie Hoeneß sagt. Philipp Lahm und Xabi Alonso beenden nach dieser Saison ihre aktive Karriere. Leistungsträger, wie Franck Ribéry (34) oder Arjen Robben (33) befinden sich mittlerweile im fortgeschrittenen Fußballalter. Für jungen Ersatz wäre zwar gesorgt, beispielsweise durch Kingsley Coman (20) oder Renato Sanches (19) – allerdings handelt es sich bei ihnen natürlich nicht um eigene Talente.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation ab diesem Sommer entwickelt. Gut möglich, dass in der nächsten Spielzeit einige junge Bayern-Talente bei den Profis Einsatzminuten bekommen. Zu danken wäre das dann vor allem "Tiger" Hermann Gerland und Präsident Uli Hoeneß.

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