Medizinisch-Psychologische Untersuchung MPU-Guide: So bereitet man sich auf den "Idiotentest" vor

Achtung, Polizeikontrolle: Wer wiederholt viel zu schnell unterwegs ist und erwischt wird, dem kann eine MPU drohen. Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Wer kennt das nicht: Man sitzt gemütlich zu einem Bier zusammen, woraus aber ein paar Bier und vielleicht noch ein Schnapserl werden. Wer sich dann hinters Steuer setzt und von der Polizei erwischt wird, könnte zu einer MPU verdonnert werden. Aber wie läuft die Untersuchung ab, wie bereitet man sich darauf vor und wie viel kostet das?

Die MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) wird im Volksmund auch "Idiotentest" genannt. 2016 mussten laut Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) 90.000 Menschen in einer solche Untersuchung begutachtet werden. Es handelt sich hierbei um die Feststellung, ob jemand zur Führung von Kraftfahrzeugen geeignet ist nachdem der Führerschein entzogen wurde. Sozusagen eine Prüfung der charakterlichen Reife. In der Regel kann so eine Untersuchung zwei bis vier Stunden Dauern und umfasst eine medizinische und psychologische Untersuchung.

Wann muss der "Idiotentest" gemacht werden?

Laut Straßenverkehrsamt wird eine MPU bei extremen Straffälligkeiten im Straßenverkehr angeordnet. Darunter fallen acht oder mehr Punkte in Flensburg, mehrfache Alkoholauffälligkeit und fahren unter Alkohol- (1,6 Promille) und Drogeneinfluss. Eine MPU kann aber auch bei bestimmten Straftaten angeordnet werden.

MPU - Wie bereitet man sich vor?

Für die medizinische Untersuchung bereitet man sich am besten vor, wenn man sich an die Vorgaben eines Arztes hält. Alkohol und Drogen dürfen nicht konsumiert werden, selbst ein kleines Bierchen nach Feierabend wäre schon zu viel. Nimmt man regelmäßig Medikamente, sollte man sich das von einem Arzt attestieren lassen, damit später bei den Laborergebnissen keine Überraschungen auftauchen. 

Für die psychologische Untersuchung ist es wichtig, sich mit dem Geschehenen auseinander zu setzen. Den Psychologen austricksen oder anlügen zu wollen funktioniert nie, auch wenn man sich für einen guten Schauspieler hält. Man sollte sein eigenes Fehlverhalten analysieren und entsprechende Konsequenzen daraus ziehen. Hilfreich wäre es auch ein Beratungsgespräch zu vereinbaren, denn ein externer Blickwinkel auf das eigenen Verhalten kann unterstützen. Der Psychologe muss überzeugt werden, dass man sein Verhalten überdacht hat und ändern möchte oder schon geändert hat.

Wie läuft der "Idiotentest" ab?

Die MPU teilt sich in zwei Bereiche, die medizinische und die psychologische Untersuchung. Bei der medizinischen Untersuchung gibt es ein Gespräch über die medizinische Vorgeschichte, eine körperliche und eine labortechnische Untersuchung. Beim körperlichen Teil gibt es einen Reaktionstest. Am Computer muss der Teilnehmer eine Fahrsimulation bewältigen, wodurch Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen getestet werden. Für das Labor werden Blut- und Urintests angeordnet. Diese werden auf Alkohol- und Drogenmissbrauch untersucht. Sollten die Tests negativ ausfallen, gilt die MPU als nicht bestanden.

Die psychologische Untersuchung ist ein Gespräch, in dem das Fehlverhalten, das zum Führerscheinentzug geführt hat, erörtert werden soll. Gerade bei diesem Gespräch ist es wichtig, dem Psychologen kein Theater vorzuspielen. Es sollte Einsicht in Bezug auf das Fehlverhalten gezeigt werden. Klar hervorgehen sollten auch die persönlichen Konsequenzen, die man daraus gezogen hat, und Vorsätze für das zukünftige Fahrverhalten. Der Psychologe muss erkennen, dass dieses neue Verhalten bereits aktiv umgesetzt wird

MPU - Wie viel kostet das Ganze?

Die Kosten für eine MPU sind abhängig von der Schwere des Vergehens. Es fängt an bei 332,01 Euro für Straftaten an und kann bis zu 724,12 Euro für Drogen- und Alkoholauffälligkeiten gehen. Die Liste zu den Kosten können auf der Homepage des Straßenverkehramts eingesehen werden.

Der sicherste Weg, eine MPU zu umgehen, ist es nach dem Kneipenbesuch das Auto stehen zu lassen und nach Hause zu laufen. 

Lesen Sie hier: Umfrage - Was Autofahrer am meisten nervt

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