Maxvorstadt Zwei Jahre tot – und keiner merkt’s

G. Borgeest, N. Job, 27.03.2012 16:29 Uhr

 

Einsame Tode - Die Leiche im Lehnstuhl

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  • Juni 2011: In Nürnberg wird eine 90-Jährige tot in ihrem Zimmer einer Anlage für betreutes Wohnen entdeckt – sie lag zehn Tage in der Badewanne, bis sie jemand fand.
     
  • September 2009: In einem Keller in Haidhausen findet eine Frau die mumifizierte Leiche ihres Vaters. Er hatte sich 13 Jahre zuvor dort erhängt.
     
  • Mai 2008: In Viechtach findet der Vermieter die Leiche eines 65-Jährigen. Der Rentner lag drei Monate tot in der Wohnung.
     
  • August 2007: Die Polizei findet die mumifizierte Leiche von Anni W. (†92) in einem Haus in Seefeld-Hechendorf. Ihr Sohn, Rentner Fritz E., wohnte dort zwei Jahre lang mit ihr zusammen. Die Tote saß dabei die ganze Zeit in ihrem Lehnstuhl.
  • September 2004: In der Ainmillerstraße werden die verwesten Leichen von Herta P. (74) und Hubertus B. (58) gefunden. Das Paar lag mindestens vier Wochen unbemerkt tot in der Wohnung.

 

 

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Kommentare (9)
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MRZ
28
realo, 09:23 Uhr

wir fliegen auf..

den mond auf den mars ,graben tausende meter tief nach öl aber besitzen kein funktionierendes system um alleistehende altere menschen zu betreuen. jeder zugführer wird per 'totmann'überwacht,politiker xy sagt einen satz und bei den piraten quetscht sich das in sekunden über den globus. eine frau im haus meiner mutter ...über 90 jahre alt ...zum geburstag hat man ihr regelmäßig gratuliert dann waren sie auch schon wieder weg.selbst der hausarzt der ja immer mehr weiß passiv bis zum geht nicht mehr. Und dann wundern euch solche geschichten? kann dir und dir auch passieren.mir graut es alt zu werden.

MRZ
28
Andy, 09:00 Uhr

Die Schuld bei den Nachbarn zu suchen...

...halte ich für nicht richtig. Man kann doch nicht den Nachbarn den Schuldstempel aufdrücken, nur weil sie sich nicht wundern, ihre Nachbarin nicht zu Gesicht zu bekommen. Vor allem, wenn regelmäßig der Briefkasten voll war, aber eben offenbar trotzdem entleert wurde. Dass im Treppenhaus kein Leichengeruch zu vernehmen war, dürfte dem Text zu entnehmen sein. Trotzdem eine sehr tragische Geschichte, an der ich viel viel schlimmer finde, dass sie offenbar niemanden hatte, der sich um sie kümmerte. Keine Familie. Keine Verwandten. Keine Freunde. Keine Bekannten. Das ist das wirklich tragische Element. Und da frage ich mich, wie das eigentlich kommen kann? Warum sind Familienangehörige teilweise untereinander so grausam? Was auch immer vorgefallen war: Einen Menschen völlig vereinsamt sterben zu lassen, rechtfertigt es in den seltensten Fällen. Wir werden es nie erfahren. Auf dass der Leichnam nun seine Ruhe findet.

MRZ
28
Ilmmünsterer, 01:05 Uhr

Und es wird nicht die letzte sein....

Es wird nicht die letzte Frau auch nicht der letzte alte Mann sein der in der eigenen Wohnung Tod aufgefunden wird. Ich will nicht wissen wo jetzt gerade in München ganz sicherlich jemand liegt, hängt oder was auch immer, geschweige denn in Deutschland. Mehrere Fragen drängen sich mir allerdings auf. Was viele hier schon bemerkt haben der Briefkasten. Also Hallo, spätestens nach zwei Wochen wenn nicht sogar schon eher Informiere Ich den Hausmeister, die Hausverwaltung eventuell die Polizei wenn man das Gefühl hat da geht gar nichts voran, dass hier was nicht stimmt. Und wenn die Frau in einem Altenheim gewesen wäre wie es ein Hausbewohner dachte, dann hätten die recht zügig deren Wohnung geräumt. Was mich am meisten stutzig gemacht hat war in diesem Artikel am Anfang der Satz, dass ein schon vergilbter Zettel an Ihrer Tür hing, also entweder haben die Hausbewohner kein Hirn oder sie Interessieren sich Pardon einen Dreck wie es den Nachbarn geht. Und so ist es leider in vielen Großstädten, natürlich auch in Kleinstädten, vor allem aber in Mehrparteienhäuser in denen man meist doch etwas Anonym lebt. Was interessiert mich mein Nachbar? Eine Schande für dieses Haus, wird aber leider wieder vorkommen, wohl nicht in diesem Haus, in einem anderen aber ganz bestimmt.

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