Maroder Dienstsitz Für 50 Millionen: Münchner Kassenamt muss saniert werden

Das Münchner Kassenamt muss dringend renoviert werden. Foto: Daniel von Loeper

Die Münchner Kämmerei muss in sich selbst investieren - und wie! Satte 50 Millionen kostet die Sanierung des Steuer- und Kassenamts.

München - Eine richtige Schönheit ist das Münchner Kassenamt nicht - zumindest nicht für das Laienauge. Die beiden Architekten Max Panitz und Carls Delisle haben den Skelettbau 1954 in Windeseile hochgezogen. Die städtische Kämmerei hatte in den letzten Kriegsmonaten ihren Dienstsitz verloren und war seitdem über die Stadt verteilt. In der Herzog-Wilhelm-Straße bekamen Münchens Finanzbeamte dann ihre neue Heimat.

Die Dienstälteren bei der Stadt, die in dem Gebäude noch arbeiten durften, schwärmen noch heute von der verglasten Kantine im sechsten Stock und dem grandiosen Ausblick über die Altstadt. Schon seit 2007 wird dort jedoch kein Mittagessen mehr gereicht. Das Kassenamt ist mittlerweile nämlich schwer sanierungsbedürftig und aktuell deshalb auch nur sehr eingeschränkt nutzbar.

50 Millionen Euro nötig

Das will die Stadt nun aber ändern. Satte 50 Millionen Euro sind nach einer Schätzung des für die städtischen Immobilien zuständigen Kommunalreferats nötig, um das marode Bauwerk wieder aufzupäppeln. Diese enorme Summe hat zum einen mit der Größe des Gebäudes zu tun. Nach dem Neuen Rathaus am Marienplatz und dem Ziegel-Hochhaus vom Planungsreferat in der Blumenstraße ist das Kassenamt der drittgrößte Dienstsitz der Stadt. Zum anderen ist es obendrein seit 1997 denkmalgeschützt. Da kann man nicht einfach mal mit der Betonspritze drangehen.

Am Mittwoch wird sich der Stadtrat mit den Sanierungsplänen befassen. Dass etwas passieren muss, darüber ist man sich bei der Stadtspitze einig. Aber ob es gleich so teuer sein muss? Da haben SPD und CSU so ihre Zweifel. Um zehn bis 20 Prozent will die Große Koalition das Projekt deshalb abspecken.

2023 soll alles fertig sein. Der Ausblick vom sechsten Stock bleibt aber wohl auch in Zukunft den Finanzlern der Stadt vorbehalten. Aus der einstigen Kantine sollen nämlich Besprechungsräume werden.

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