Ein absichtlich gelegter Ölfleck auf einer Straße im Allgäu vor eineinhalb Jahren hatte für einen Motorradfahrer tödliche Folgen. Nun gehen die Mordermittler davon aus, dass der Täter des Öl-Anschlags kurz nach dem schweren Sturz des 37-jährigen Bikers am Unfallort vorbei gefahren sind.

Markt Rettenbach – Möglicherweise habe er sich sogar länger dort aufgehalten, teilte die Kriminalpolizei in Kempten am Freitag mit. Nach neuen Erkenntnissen waren die drei Ölflecke in diesem Bereich höchstens zehn Minuten vor dem Unfall verteilt worden. Unklar ist, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.

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Insgesamt hatte der Unbekannte an insgesamt acht Stellen im Allgäu Wein- und Sektflaschen mit Altöl zertrümmert und so auf den Straßen für Biker gefährliche Schleuderfallen hinterlassen. Die Polizei will nun über einen Zeugenaufruf herausfinden, wer sich an dem Tag im April 2011 am Unglücksort aufgehalten hat.

Auch Fotos vom Unfallgeschehen werden gesucht. Weitere Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von einem Reihen-Gentest, bei dem bislang 50 Personen getestet wurden. Spezialisten des Landeskriminalamtes werten in den kommenden Wochen mehrere hundert Speichelproben aus. Sie vergleichen diese Proben mit dem genetischen Fingerabdruck, den die Ermittler auf einer Flaschenscherbe gefunden haben.

Der Ölanschlag hatte im vergangenen Jahr viele Motorradfahrer im Allgäu verunsichert. In dem Fall sind 50 000 Euro Belohnung ausgesetzt – 5000 von der Polizei und 45 000 Euro von Privatpersonen.