Der typische Malerlehrling ist Andreas Tucholski sicher nicht. Er ist 45 Jahre alt und hat als junger Mann bereits einmal eine Malerlehre angefangen. Damals fiel er durch die Gesellenprüfung. Nach Stationen in einem Betrieb zur Wärmedämmung, bei der Bundeswehr, nach Auslandseinsätzen und Arbeitslosigkeit kehrte er zurück in die Welt der Farben, Lacke und Tapeten. In einem Malerbetrieb macht Tucholski nun erneut die Ausbildung. Tucholski hat sich für einen sicheren Beruf entschieden. Seine Jobchancen sind sehr gut. In diesem Bereich werden Fachkräfte dringend gesucht. Wer sich für den Beruf entscheidet, sollte teamfähig sein. Auf der Baustelle arbeiten meist mehrere Handwerker Hand in Hand, die sich untereinander absprechen müssen. Außerdem sollten angehende Maler und Lackierer flexibel sein. Häufig sind sie auf verschiedenen Baustellen in der Stadt oder in der Region unterwegs. Wichtig ist auch eine gute körperliche Grundfitness, da die Fachkräfte viel Arbeitszeit im Freien verbringen. Höhenangst dürfen Lehrlinge auch nicht haben. Die Aufgabenpalette von Malern und Lackierern ist breit. Die Fachkräfte richten die Baustelle ein und bearbeiten den Untergrund. Je nachdem, ob sie Farbe oder Tapete auf Putz, Stein oder Metall aufbringen wollen, sind unterschiedliche Vorarbeiten nötig. Sind die abgeschlossen, können die Fachkräfte etwa die Tapete beschichten. Dabei müssen Maler eine Vielzahl von Techniken beherrschen, um die Farbe aufzutragen. Neben den Wänden bearbeiten sie Heizkörper, Fensterrahmen oder Türen mit Lack. In der Berufsschule erwerben die Auszubildenden die Grundkenntnisse für ihre Arbeit: „Sie lernen die verschiedenen Anstrichstoffe und Werkzeuge kennen oder berechnen Farbmengen und Mischungsverhältnisse“, sagt Michel van Löchteren-Wagner. Er ist Ausbildungsleiter im Betrieb von Lehrling Tucholski. Zusätzlich zur Berufsschule gibt es einmal pro Ausbildungsjahr eine zwei- bis dreiwöchige überbetriebliche Schulung in einem Ausbildungszentrum.