Der Machtkampf bei den Löwen eskaliert! Der Jordanier, der sich am Samstag mit Präsident Schneider treffen wollte, sagt den Trip kurzfristig ab. Der Verein stellt alle Transferbemühungen ein.
München - Dieter Schneider schien guter Dinge. „Wir sind doch alle vernünftige Menschen“, sagte er der AZ am Donnerstagmittag, ehe er nochmal sein Versprechen vom Vortag erneuerte: „An mir soll eine Einigung mit Herrn Ismaik nicht scheitern. Ich habe diesen Konflikt nicht hinaufbeschworen.“ Der Löwen-Präsident schien zuversichtlich, dass die für Samstag geplante Aufsichtsratssitzung der KGaA, für die sich auch Investor Hasan Ismaik angekündigt hatte, zum Friedensgipfel zwischen ihm und dem Investor werden könnte.
Wenige Stunden später aber war diese Hoffnung Makulatur. Hasan Ismaik sagte den Trip an die Isar nämlich kurzerhand wieder ab. Und mehr noch: Der Jordanier machte seine Drohung wahr – und drehte den Löwen den Geldhahn zu.
Über seinen Münchner Berater Hamada Iraki, auf den das Attribut Einflüsterer seit der Zuspitzung des Machtkampfes am Sonntag nicht mehr so recht zutrifft, ließ er Vereins-Aufsichtsratschef Otto Steiner und Geschäftsführer Robert Schäfer nach AZ-Informationen bereits am späten Vormittag mitteilen, dass er bis auf weiteres keine weiteren Investitionen mehr tätigen werde. So wie es zuletzt abgelaufen sei, mache die Zusammenarbeit keinen Sinn mehr, die Partnerschaft zwischen Verein und Investor könne derzeit nicht gelebt werden, so Ismaiks Begründung.
Der Machtkampf bei 1860 hat damit unerwartet eine weitere Eskalationsstufe erreicht.
Rund 200 Löwen-Fans bieten bis zu 300 Euro fürs Inventar des traditionsreichen Grünwalder Stadions. Mit dem Geld soll eine Skulptur finanziert werden.