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Lokal verwüstet Neonazi-Terror gegen Münchner Wirt

Rudolf Huber, vom 26.02.2012 07:00 Uhr
Fürchtet um die Sicherheit von Frau und Kind: Gastronom Sharif Gharib lebt seit 26 Jahren in Deutschland. Foto: Petra Schramek

Unbekannte sind in die Tapas Bar des Ägypters Sharif Garib eingebrochen – und haben sie zerstört. Der Gastronom fürchtet um das Leben seiner Familie. Jetzt ermittelt der Staatsschutz.

MÜNCHEN/TUTZING - Seit vergangenem Mittwoch ist für Sharif Gharib nichts mehr so, wie es einmal war. Seither fühlt sich der Gastronom nach 26 Jahren in Deutschland zum ersten Mal unsicher. Er hat Angst um seine Familie. Und er stellt sich permanent die Frage: „Wer hat mir das angetan – und warum?”

Das ist passiert: Als Gharibs Frau am Mittwochvormittag in die derzeit geschlossene „Buddha Lounge” in der Tutzinger Hauptstraße kam, erlitt sie einen Schock: Das Lokal war aufgebrochen – und komplett verwüstet. „Es ist alles demoliert, was man demolieren kann”, berichtet der 46-Jährige, der seit vier Wochen in München das „La Cantina” betreibt. Und das Schlimmste: Die Täter hatten im ganzen Raum Hakenkreuze gesprüht – und Totenköpfe.

Für den gelernten Koch und Hotelkaufmann mit abgeschlossenem BWL- und Maschinenbaustudium ist durch diesen Akt blinder, rechtsradikal gefärbter Gewalt eine Welt zusammengebrochen. Er glaubt nicht daran, dass dahinter nur angetrunkene Jugendliche stecken, die sich einen geschmacklosen Spaß erlauben wollten. „Hakenkreuze sind ernst”, sagt Sharif Gharib. „Das macht Menschen Angst, das ist total unfair.”

Natürlich hat der Gastronom sofort die Polizei gerufen. Die dokumentierte das ganze Ausmaß der Zerstörung: aufgeschlitzte Hocker und Lederbänke, verwüstete Schränke, mit einem Teppichmesser demolierte Türen. Und dann überall die schwarzen Sprühereien – sogar in der Küche, auch auf den Toiletten. Das einstmals so liebevoll und für rund 100000 Euro eingerichtete Lokal bietet ein Bild völliger Verwüstung.

Die Polizei hat einen Fahndungsaufruf veröffentlicht. Gesucht wird nach drei Jugendlichen, die am Dienstag gegen 22.30 Uhr vor der Buddha Lounge gesehen wurden und dort Alkohol konsumierten. Ob sie etwas mit dem Einbruch zu tun haben, ist derzeit noch offen.

„Ausschließen kann man derzeit gar nichts”, meint ein Sprecher der für den Fall zuständigen Polizeidirektion Oberbayern Nord in Ingolstadt auf AZ-Anfrage. Gibt es einen persönlichen Hintergrund für die Zerstörungsaktion? Ist Sharif Gharib das zufällige Opfer blinder Zerstörungswut geworden? Oder gibt es gar einen rechtsradikalen Hintergrund?

„Derzeit werden alle Spuren ausgewertet”, so der Polizeisprecher. Alle möglichen Hintergründe werden beleuchtet – von einem aus dem Ruder gelaufenen „Jux” Jugendlicher bis zum Neonazi-Übergriff. Auch der Staatsschutz, zuständig für politisch motivierte Taten, ist eingeschaltet.

Sharif Gharib hat schon Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen: Nach einem Jahr Kampf mit den Behörden kamen seine Frau und sein Baby vor eineinhalb Monaten aus Ägypten. Jetzt schickt er sie wieder zurück. Er fürchtet um ihr Leben.

Kommentare (10)
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FEB
27
08:57 Uhr, geschrieben von gabriele
..
ein aus dem ruder gelaufener jux? unglaublich was die polizei so von sich gibt... seit wann ist zerstörung fremden eigentums sowie einbruch ein jux?
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FEB
26
20:25 Uhr, geschrieben von Huber Sepp
Entlarvende Kommentare von rechts
Da soll mal einer sagen Geschichte wiederholt sich nicht: Genau dieselben verharmlosenden Kommentare gab es bei den "Döner-Morden". Genauso wurde damalso davon gefaselt, dass sowas angeblich "Rechte niemals machen würden" und natürlich erstmal lieber an Verschwörungstheorien geglaubt oder besonders dreist, erstmal die Opfer verleumdet, dass sie der Mafia angehören und selber Schuld sind. Ja nee, is klar, da wird erst ann alles mögliche geglaubt: Entweder die Mafia, eine linke Verschwörung oder spielende Kinder....nur die brave und harmlose Rechte kann das natürlich nie im Leben gewesen sein, gell?
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FEB
26
19:30 Uhr, geschrieben von Georg
Kommentare der Verharmlosung
Schutzgeld-Erpressung - mit Nazisymbolen? Das ist ja das gleiche Stinkehorn, in das die ermittelnde Polizei bei den Morden gegen ausländische Mitbürger gestoßen hat. Es hilft nur Wachsamkeit in der Bevölkerung gegen den braunen Terror und notfalls den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren.
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