Löwen-Leader im Interview Timo Gebhart: "Habe trainiert wie nie in meinem Leben"

, aktualisiert am 12.01.2018 - 12:20 Uhr
Timo Gebhart will gegen Nürnberg endlich wieder auf dem Platz stehen. Foto: sampics/Augenklick

"Trainiert wie nie" habe er in der Reha, sagt Löwen-Routinier Timo Gebhart im AZ-Interview. Außerdem spricht der Leader des TSV 1860 über seine Zukunft und seine Rolle im Team: "Mit einem Schrei kann man immer jemanden aufwecken."

München - AZ-Interview mit Timo Gebhart. Der 28-jährige gebürtige Memminger spielt seit dieser Saison wieder für den TSV 1860. Nach einem Muskelbündelriss will er nach der Winterpause sein Comeback in der Regionalliga Bayern geben.

Herr Gebhart, erste, entscheidende Frage: Wie fit sind Sie?
TIMO GEBHART: Ich fühle mich gut. Was die Ausdauer betrifft, habe ich so viel trainiert wie noch nie in meinem Leben. Ich habe mit dem Nick (Physiotherapeut Nick Wurian, d. Red.) in Dubai richtig Gas gegeben. Jetzt gilt es, daran zu feilen, dass meine Sprints wieder zurückkommen, meine Power in den Richtungswechseln.

Haben Sie zwischen den Jahren immer gearbeitet oder sich auch mal eine Pause gegönnt?
Ich habe jeden Tag trainiert. In Dubai habe ich von sieben Tagen an fünf Tagen Läufe absolviert. Ich habe jeden Tag Krafttraining gemacht, an der Stabilisation gefeilt. Auch in den zweieinhalb Wochen zu Hause habe ich jeden Tag gearbeitet.

Gebhart: "Immer Ansagen gemacht"

Was "sagt" Ihnen Ihr Körper?
Ich habe noch keine Sprints gemacht, war noch nicht im Zweikampf. Daran werden wir die ersten ein, zwei Wochen arbeiten. Wir haben jetzt genügend Zeit, um mich auf ein vernünftiges Level zu bringen.

Um dann dem Team als Lautsprecher direkt voranzugehen?
Was heißt Lautsprecher? Das klingt mir zu negativ. Ansagen habe ich schon immer gemacht, auch mit 18, 19 Jahren. Ich wollte schon immer Gas geben und Verantwortung übernehmen.

Die Saison geht immerhin in die entscheidende Phase. Greifen Sie sich da auch mal einen jungen Kollegen noch im Spielertunnel?
Natürlich. Ich bin dieser Typ, bei mir ist das nicht gespielt. Wenn es mir gerade danach ist, dann mache ich das. Manchmal ist das nötig. Auch mich muss man ab und zu mal anschreien. Aber bitte nicht zu laut (schmunzelt).

Gebhart spricht über Zukunft

Der Januar ist immer auch Transferzeit. Sie waren zwar lange verletzt. Aber: Gab es eine Anfrage eines anderen Klubs?
Ich habe ja einen Vertrag bis Ende der Saison. Ich fühle mich wohl bei Sechzig. Bei jedem Lauf habe ich an die Spiele gedacht, daran, Gas zu geben, für die Fans, für den Verein, für meine Familie, für die Leute, die mich unterstützt haben. Und für mich selbst. Ich beschäftige mich nicht mit einem anderen Verein. (Mehr zum Thema lesen Sie hier)

Die Frage ist, ob Sie schon wissen, wie es mit Ihnen über den Sommer hinaus weitergeht.
Im Fußball passiert so viel. Würde ich sagen, ich bleibe mein Leben lang hier, wäre ich ein Labersack (schmunzelt). Ich fühle mich super wohl hier. Sechzig ist mein Verein, egal, was passiert. Ich konzentriere mich nur auf die Ziele, die wir verfolgen.

Trainer Daniel Bierofka ist seit Monaten regelrecht am Rotieren. Wie bewerten Sie seine Leistung?
Er ist für mich Sechzig München. Er lebt diesen Verein, gibt uns das mit auf den Platz. Wir sind Erster, mit einem Team, das sehr jung ist. Viele haben gesagt, dass die Mannschaft noch ein Jahr brauche. Was wir daraus gemacht haben, wie die Fans mitziehen, wie alle mitziehen, ist unglaublich! Es ist nur eines wichtig: Dass wir alle zusammenhalten.

Im Video: Timo Gebhart adelt Daniel Bierofka

Im Gegensatz zur letzten Saison bilden Fans und Mannschaft eine Einheit.
Ich denke, dass es für die Fans schwierig war. Alle hatten gehofft, dass es wieder in die erste Liga geht. Doch das ist Vergangenheit. Wir müssen jetzt was zurückgeben. Und das hat die Mannschaft bisher hervorragend gemacht.

Zu möglichen Neuzugängen: Was halten Sie von Michael Görlitz?
Was ich gelesen habe, hat er 140 Zweitligaspiele gemacht. Wenn der Trainer ihn will, steckt was dahinter. Aber: Wir haben ein gutes Team. Wenn jemand dazukommt, muss er was draufhaben. Das hat er, keine Frage.

Gebhart ermahnt 1860-Kollegen

Den jungen Burschen ging ohne Sie vor der Winterpause oft die Struktur verloren.
Es braucht im Fußball immer Erfahrung. Die Jungs sind sehr jung. Einmal spielst du ein Spiel gut, machst vielleicht ein Traumtor, und beim nächsten Mal findest du überhaupt nicht ins Spiel. Wir müssen lernen, ein Level zu halten, die Spiele länger zu bestimmen, als nur eine Halbzeit oder 60 Minuten. Wir müssen lernen, mal das Tempo rauszunehmen und erst zum richtigen Zeitpunkt einen tödlichen Pass zu versuchen.

Abschließend: Kribbelt es beim Gedanken an Ihre Rückkehr?
Ich freue mich riesig auf das erste Spiel am 24. Februar in Nürnberg. Das wird für uns ein Heimspiel. Auch da werden wieder alle Löwen kommen. Ich habe ein paar Spiele gefehlt, in denen es richtig abging, etwa in Augsburg. Diese Stimmung hat mir gefehlt.

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