Hier sagt der 1860-Keeper, wieso er mit dem Rad zum Training fährt – und wie er seine Kilos verlor

AZ: Gabor Kiraly, interessieren Sie sich für Statistiken?

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GABOR KIRALY: Wenn sie für mich sprechen, ja (lacht).

Sie absolvieren am Montag in Dresden Ihr 100. Zweitligaspiel für die Löwen.

Das habe ich auch schon gemerkt. Ich schreibe nach jedem Spiel in meinen Block zu Hause das Spiel mit Datum und Ergebnis auf. Am letzten Montag habe ich dann gemerkt: Halt, ich bin bei 99 Spielen, jetzt steht ein kleines Jubiläum an. Ich schreibe mir schon seit 19 Jahren, seit meiner ersten Profisaison, alles auf.

30 Spiele ohne Gegentor haben Sie insgesamt absolviert. Keine schlechte Bilanz...

Aber zu wenig (lacht).

Sie haben in der Sommerpause vier Kilo abgenommen. Ist das Ihr Beitrag zu einer noch besseren Saison?

Es sind schon einige Kilos runter, das stimmt. Es war allerdings keine bewusste Diät. In diesem Sommer hatte ich viel Stress wegen der 60. Geburtstage meiner Eltern. Ich musste viel vorbereiten und alles geheim halten. Sie durften ja nichts von der Überraschung merken. Dieser positive Stress war letztendlich hilfreich. Zudem habe ich natürlich mein Trainingsprogramm konsequent eingehalten: Kraftraum, Laufen, Torwarttraining – jeden Tag, immer abwechselnd.

An der Ernährung haben Sie nicht gefeilt?

Doch, das habe ich auch ein bisschen umgestellt. Ich habe vorher nie gefrühstückt und dafür abends viel gegessen. Das habe ich geändert – und fast nur Tee getrunken. Das Gewicht kann ich nun ganz locker halten.
Kommen Sie deshalb immer mit dem Radl anstatt mit dem Auto zum Training?

Ich bin bereits in Berlin, England und Ungarn, also überall wo ich vorher gespielt habe, mit dem Radl zum Training gekommen. Das ist nichts Neues. Jeder hat seinen eigenen Stil.
Viele Kollegen ziehen den Sportwagen vor.

Ich war nie besonders an Sportautos interessiert, sondern habe immer an meinem alten Mini Cooper aus meiner Berliner Zeit festgehalten, den ich sogar mit nach England genommen hatte. Gas gebe ich lieber auf dem Platz.

Ihr Antrieb reichte, um auch weiterhin die Nummer eins im Löwen-Tor zu sein. War dieser Konkurrenzkampf ungewohnt für Sie?

Jedes Jahr ist für mich der Konkurrenzkampf groß. Diesmal war er vielleicht ein bisschen öffentlicher. Ich habe nie eine leichte Saison gehabt, die Jungs dahinter machen immer Druck. Wenn du nur eine kleine Pause machst, wirst du überholt. Ich bin noch immer hochmotiviert und versuche, so lange wie nur möglich zu spielen, auch wenn mein Körper mittlerweile ein bisschen häufiger zwickt als noch vor zehn Jahren. Ich kann jedoch noch mit Vitus Eicher mithalten, das freut mich. Zwischen uns liegen 14 Jahre. Ich hatte die Grundschule längst hinter mir, als Vitus geboren wurde. Das ist schon Wahnsinn.

Wahnsinn wäre es für Sie doch auch, wenn die "Mission 13", also der Aufstieg, in dieser Saison gelingen würde.

Ich bin so lange im Geschäft und weiß, worauf es ankommt. Erst einmal muss jeder dafür arbeiten, arbeiten und noch mal arbeiten. Dann kann man über Wünsche und Ziele sprechen. Klar wären Spiele gegen Bayern ein Highlight. Ganz München sehnt sich nach diesem Derby!
 

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