Löwen-Coach bezieht Stellung Daniel Bierofka kritisiert Vorgänger Pereira

Kritisierte seinen Vorgänger scharf: Der neue Chef-Trainer Daniel Bierofka. Foto: dpa

Daniel Bierofka wird zum Start der Vorbereitung auf den Rundumschlag von Vorgänger Vitor Pereira angesprochen. Der neue 1860-Chefcoach fällt ein vernichtendes Urteil über die Arbeit des Portugiesen.

München - Abgang ohne Stil: Ex-Coach Vitor Pereira hat auf einer Trainertagung in Porto gegen seinen früheren Arbeitgeber, den TSV 1860, samt seinen einstigen Spielern nachgetreten und sich somit offenbar versucht, aus der Verantwortung für den sportlichen Abstieg zu ziehen. Jetzt folgte als Reaktion darauf das vernichtende Urteil des neuen Cheftrainers Daniel Bierofka über die Arbeit des 48-jährigen Portugiesen.

Pereira mit Vorwürfen konfrontiert

"Ich kann nur sagen, dass ich die letzten vier Wochen, die ich dazugestoßen bin, eine tote Mannschaft vorgefunden habe", meinte der neue Cheftrainer auf der Pressekonferenz zur Saison-Eröffnung an diesem Montagmittag. Die Mannschaft sei demnach "nicht mehr wiederzubeleben" gewesen. Mehr wolle er jedoch nicht sagen, erklärte Bierofka, weil es sich nicht gehöre, Trainerkollegen zu kritisieren. Dass hat er durch seine Aussage aber umso mehr getan.

Pereira war schon im Endspurt der vergangenen Saison vorgeworfen worden, der falsche Trainer für Abstiegskampf in der 2. Liga zu sein. Nur fünf Punkte hatte er aus den letzten acht Saisonspielen geholt, es folgte die Pleite in der Relegation gegen Jahn Regensburg. Offenbar fehlte dem einstigen Trainer von Champions-League-Teilnehmer FC Porto gänzlich der Zugang zur Mannschaft. Der Ex-Coach wiederum hatte im Nachhinein die Schuld für sein Scheitern bei seinen Ex-Spielern gesucht.

Pereira trat gegen 1860 nach

"Der Kader von 1860 hatte nichts von dem, was ich mag", erklärte er übereinstimmenden Medienberichten zufolge in seiner Heimat. Das Engagement bei den Sechzgern habe demnach einen großen Konflikt für ihn dargestellt. Frustrierend sei es gewesen, sagte er, "ein großer Unterschied zwischen dem, was ich mag, und dem, was mir die Spieler geben können". Wenn die Mannschaft unter Druck gestanden habe, hätte sie nicht mehr reagieren können.

"An einem Mittwochnachmittag hatten wir 44.000 Zuschauer im Stadion gegen Stuttgart – in diesen Momenten konnte die Mannschaft nicht mit Druck umgehen", schilderte er demnach. "Mit 1860 bin ich ein Risiko eingegangen und ich bin gefallen." Was letztlich offenbar vor allem auch an Anpassungsproblemen seinerseits lag.

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Die wichtigsten Stimmen der Pressekonferenz und die Bilder vom ersten Training sehen sie hier:

 

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